über mich

Ich wurde im unheilsschwangeren Jahr 1984 geboren.
Meine Kindheit und Jugend würde ich als turbulent beschreiben. Als Jugendlicher war ich eine dieser traurigen Gestalten: im Kopf schon viel zu alt, Jungfräulichkeit mit nicht ganz 14 Jahren verloren, über Jahre hinweg unglücklich verliebt, gefangen in der Friendzone. Ambitionierter aber ungeschickter Poet, Außenseiter, viel pathetisches Unglück, Mascaraphase, Grunge und NuMetal – das volle Programm eben.

Nach einigen Jahren als Vegetarier, begann ich mit 19 Jahren, mich vegan zu ernähren. Die tiefe moralische und politische Überzeugung, dass die Ausbeutung und Knechtschaft von Mensch und Tier ein menschengemachtes und damit überwindbares Übel darstellen, dessen historische Stunde längst geschlagen hat – diese Überzeugung begleitet mich bis heute.
Im Alter von 20 Jahren verließ ich meine Heimatstadt und ging in die Ferne zum Studium – mit bescheidenem Erfolg. Zwar immer gute Noten, wenn ich gerade Interesse für etwas aufbringen konnte, aber mein Herz und meine Aufmerksamkeit galten politischer Umtriebigkeit – mein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn hat mir schon oft im Weg gestanden, aber ich bereue nichts! Es waren die glücklichsten Jahre meines bisherigen Lebens.

Mit 25 brach ich das Studium ab und zog zu meiner damaligen Freundin für einen Neuanfang in die Schweiz. Es folgten viele schwere Monate, in denen ich Arbeit finden und irgendwie Fuß fassen musste. Viele Umzüge später und nach wie vor mit dem selben schlecht bezahlten Job, begann ich rund zwei Jahre später erneut mit dem Studieren – jetzt Soziologie.

Anfang des Jahres 2015, im Alter von 30 Jahren, gelang es auf Initiative meiner damaligen Partnerin, dass ich einen Psychiater aufsuchte, der bei mir eine Dysthymia (chronische Depression) mit gelegentlichen Episoden zusätzlicher Depression (Doppeldepression) diagnostizierte. Ich begann mit der Einnahme von Fluoxetin 20mg, welches die gewünschte Wirkung bald entfaltete. Der Schleier war gelüftet und damit begann ein Erdrutsch der Gleichzeitigkeiten. An dieser Stelle setzt die Erzählung dieses Blogs ein (Mai 2015). Nach acht Jahren, sechs davon gemeinsam in der Schweiz, ging die Beziehung in die Brüche. Ich hängte erneut das Studium an den Nagel, später dann buchstäblich auch die Arbeitsschuhe und zog im Herbst des selben Jahres schließlich zurück nach Deutschland – nach Berlin diesmal – und begann einen kompletten Neuanfang.

Wer oder was bin ich also? Ein Myers-Briggs-Test ordnet mich als INFJ ein – scheinbar relativ selten.
Ich bin ausgesprochen introvertiert, in der Regel sehr ruhig und beobachtend – und dabei extrem (selbst)aufmerksam (was oft sehr anstrengend ist). Mein moralischer Kompass richtet sich mehr nach Prinzipien, als nach den Erfordernissen der Situation – das macht mich sehr ehrlich und zuverlässig, aber auch stur und unerbittlich, v.a. mir selbst gegenüber. Ich bin sehr empathisch, vielleicht schon zu sehr… gebe gerne und viel, meist bedingungslos – auch das ein hervorragendes Programm zum Unglücklichsein, aber ich habe gelernt, mit Enttäuschungen zu leben 😉
Ich kann unglaublich pragmatisch, trocken und nüchtern sein, mache mir selten Illusionen, bin zynisch und trotzdem irgendwo Menschenfreund geblieben – da sitzt ein kleiner leiser Optimist in mir und ich bin ihm dankbar 🙂

[1. Version: Mai 2015. Update: September 2016]

 

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