adventure

Mr. & Mrs Glory

Also ich weiß ja nicht… Das ist so überhaupt nicht mein Fall. Ein Pornokino als Treffpunkt für ein Date? Sofort habe ich Bilder der üblichen Verdächtigen mit der Hand an ihren schlaffen Gliedern vor Augen. Aber dieses Paar – das will nicht so ganz zusammen passen – die scheinen Niveau zu haben. Sie ist furchtbar heiß! Ende Dreißig, trainiert und geschmackvoll tätowiert. Ihn sieht man auf den Fotos kaum, er scheint aber ebenfalls ein gepflegter Typ zu sein. Er ist, wie es bei Paaren ungewöhnlich ist, der bisexuelle Part. Die beiden testen mich im Chat dahingehend ein wenig aus. Ich habe leider kein sexuelles Interesse an Männern, aber auch keine Berührungsängste. Wir sollten also gemeinsam sie ins Zentrum stellen. Aber der Treffpunkt… ich hadere, doch die beiden lassen nicht locker. Außerdem ist das kein klassisches Pornokino, sondern eher mit einem Swingerclub vergleichbar, mit vielen separaten Räumen und unterschiedlichem Zubehör. Die Rezensionen im Internet versprechen ebenfalls gepflegtes Ambiente statt Schmuddel. Habe ich was besseres zu tun gerade? Soll ich mich in meinen verstaubten Konzepten zurücklehnen. Außerdem überschreite ich sowieso seit einer Weile wieder systematisch viele meiner Grenzen und Gewohnheiten. What the hell – ich bin dabei! In einer Stunde sehen wir uns vor Ort, gerade noch Zeit genug für eine Dusche.

Unterwegs in der U-Bahn bekomme ich noch die vorsichtig formulierte Nachricht, dass wir doch bitte offen sagen sollten, falls es nicht passen sollte zwischen uns. Für mich eine Selbstverständlichkeit, die aber offenbar (aus Erfahrung?) der zusätzlichen Versicherung bedarf. Wir verabreden uns für den Parkplatz am Eingang. Gerade als ich auf diesen einbiege, öffnet sich an einem Wagen die rechte Tür und lange, schlanke Beine erscheinen, in perfekter Biegung inszenierte Füße in seitlich offenen High Heels – mir stockt sofort der Atem – dann eine hübsche, mittelgroße, schlanke Frau im klassischen, eng anliegenden kleinen Schwarzen. Küsschen links, Küsschen rechts – meine Güte! Schöne Frau! Von der anderen Seite kommend ein gutaussehender Mann, ruhige und sympathische Ausstrahlung, guter Händedruck. Wir gehen rein. Drinnen ist erst einmal ein Sexshop, in den eigentlichen Bereich kommt man nach Bezahlung per Türöffner. Der erste Eindruck ist wie in einem gewöhnlichen Club, nur das kaum Leute zu sehen sind. Wir setzen uns erst einmal an die Bar und stoßen auf ein Getränk an. Die beiden kommen regelmäßig hierher. Zu Hause haben sie Kinder und daher nutzen sie das Ambiente und die Räumlichkeiten, um aus ihrem Alltag auszubrechen, wild zu vögeln, mit Zuschauern, gegebenenfalls mit Mitspielern. Ich lasse mich von ihr durch die Räume führen. Tatsächlich sind doch mehr Menschen da, als auf den ersten Blick vermutet. Die meisten scharen sich um eine der sehr wenigen anwesenden Frauen, die sich in einem der Räume mit mindestens fünf Männern gleichzeitig vergnügt. Meine Begleiterin findet das wenig anregend, ebenso wie die überall auf Monitoren laufenden Pornostreifen mit Silikontrullas. Ich könnte ihr da nur beipflichten, amüsiere mich aber lediglich kommentarlos ein wenig über die Tatsache, dass ich quasi in diese Location einbestellt wurde, die von ihr weitgehend als unpassend empfunden wird. Sie ist mit Abstand das attraktivste Wesen in dem Laden. Das macht sich bemerkbar. Überall gierige Blicke aus fahlen, leeren Augen. Man ist förmlich belagert von hungrigen Geistern. Hier ist also Endstation. Niemand spricht außer uns, alles gedämpft, Halbdunkel, Teppich, Wandbelag, nur unsere Stimmen. Hier und da flimmert es, die halbschlaffen Glieder. Ich fände den Ort höchst deprimierend, wäre ich nicht in guter Begleitung. Inzwischen hat sie einen Orbit geschaffen, die Umlaufbahn glücklicherweise in ausreichender Distanz. Ich spüre die Blicke und das Verlangen.
Wir setzen uns schließlich auf zwei gemütliche Sessel und quatschen zwanglos. Sie kämen aus logistischen Gründen hierher. Die Männer hier seien so gar nicht nach ihrem Geschmack. Das seien traurige Gestalten, die – wie auf Kommando läuft einer mit eingeklappten Schultern in geduckter Haltung an uns vorüber – die sonst nie zum Zuge kämen. „Sexuelle Resterampe“, denke ich – nicht meine Welt.
Ab und an kommt auch ihr Mann vorbeigelaufen, der sich wohl ein wenig umsieht, nicht ohne zwischendurch bei ihr nach dem Rechten zu sehen. Interessante Dynamik. Ich werde geprüft – und mit einigem Zögern offenbart sie mir schließlich, dass sie nicht glaube, dass es sexuell mit uns stimmig wäre. Ich nehme das gelassen und damit ihr auch ein wenig die Beklemmung. Wir treffen uns zu Dritt wieder an der Bar und unterhalten uns dennoch weiter. Ich mag die beiden und das beruht offenbar auf Gegenseitigkeit. Sie fanden beide mein Profil ziemlich schön, sehr außergewöhnlich und sogar berührend, wie sie mir mitteilt. Das wiederum freut mich ungemein. Ich erfahre mehr über die Zwei und so richtig kommt die Verabredung dann doch nicht zum Ende. Es besteht allgemeine Sympathie und – wie mir scheint – nun doch etwas Unentschlossenheit.

Schließlich raunt sie ihm zu, sie wolle nun endlich mit ihm vögeln gehen – in einem abschließbaren Raum mit Glory Holes für Zuschauer. Das Ganze hat etwas Verschwörerisches, was angesichts des angespannt-wachsamen Ringsystems im 3-Meter-Orbit um sie herum auch angemessen erscheint. Daraufhin bekunde ich mein Interesse, zumindest in dieser Form den beiden beizuwohnen. Sie ist etwas verblüfft – ja wie? Sie war die ganze Zeit so ungeniert und direkt und auf einmal kommt sie doch kurz ins Stocken. Normalerweise würde sie die Schwänze darin nicht anrühren, sagt sie mir. Wer weiß mit wem die schon… und wie es um die Hygiene stünde… Meist seien das auch sehr unansehnliche Dinger. Wie gut, dass sie es mit einem gepflegten, niveauvollen und gewaschenen jungen Mann zu tun hätte, lasse ich dezent verlauten. Sie lächelt… grinst, blickt zu ihm, grinst breiter. So so… Ich solle unauffällig vorgehen und mir eine Kabine nehmen. Würden wir zu Dritt aufstehen, wüssten sofort alle Bescheid und es gäbe Gerenne. I still got it! Ich stehe also auf, gehe zu besagtem Spielzimmer und gehe in eine der abschließbaren Kabinen. Zunächst kann ich fast nichts sehen. Drinnen gibt es Kleenex und Desinfektionsmittel, einen Hocker, den ich selbstverständlich meide, ein Fenster mit Holzvergitterung wie in einem Beichtstuhl und darunter eine vertikale, längliche und relativ breite Aussparung in der Wand – das „Glory Hole“. Durch das Fenster sieht man in ein „Spielzimmer“, eine Latexliege, oberhalb diverses Gestänge, Möglichkeiten für Allerlei also. Gedämpft höre ich draußen Tumult, dann Erschütterungen nebenan – es muss eine ganze Herde sein, die in eine der zwei verbliebenen Kabinen drängt. Mein Paar betritt den Raum. Ein paar vorbereitende Handgriffe, dann zieht er ihr das schwarze Kleid hoch und die beiden bringen sich in Fahrt. Ich lasse die Hose ein wenig runter und nähere mich dem Spalt. Sie müssen mich wohl am Schwanz erkannt haben – jedenfalls kniet sie sich davor hin und bearbeitet nun uns beide. War ich zunächst skeptisch, merkte ich nun sofort, welche erotische Spannung so eine Barriere erzeugen kann. Zunächst hält sie sich an mir fest, dann an einer der Stangen oberhalb während er sie fingert – und mit seiner Linken mich am Schwanz packt und hält. Ganz schön frech! Und mir in dem Moment wider Erwarten völlig gleichgültig. Tatsächlich habe ich gerade Sex mit einem Paar – ich spüre, wie ich mich mit beiden verbinde. Oha, interessant! Damals mit Mr. & Mrs. Baustelle war das etwas anderes. Hier schwimme ich in beider Dynamik einfach mit, lasse geschehen. Sie schreit laut auf, da mit gestreckten Armen an der Stange hängend, dann benetzt ihr erster Orgasmus seinen Unterarm. Ich bin schon ein wenig benommen und merke nur mit etwas Verzögerung, dass nun beide an mir zugange sind: Während er hält, zieht sie mir ein Kondom über. Nun bin ich vollends überrascht, komme aber gar nicht zum Nachdenken, bevor sie sich rückwärts an mich presst, von ihm eingefädelt in einen beinahe unverschämt wohlgeformten Hintern, durch eine Holzwand getrennt und dennoch tief hinein. Mein Schwanz bäumt sich auf und dieser erste Puls allein entlockt ihr das wundervollste Stöhnen. Ich presse mich gegen die eine Seite der Wand, sie hämmert von jenseits dagegen und bläst dabei seinen Schwanz, schnell und heftig. Die Kabinen wackeln. Kralle mich in das Fenstergitter, während mir jegliche Kontrolle entgleitet – nun zu Dritt schreiend – und mein Orgasmus fast reinplatzt. Ich presse zu und leite die Energie nach oben weiter, doch sie muss es bereits gespürt haben, wie sich meine Eichel zuckend aufgebläht hatte und erzeugt eine dermaßen surreale Enge, gegen die es kein Ankommen gibt. Er merkt es, eilt hinzu, zieht meinen Schwanz heraus und das Kondom ab, um manuell die letzten Sekunden dafür zu sorgen, dass meine Ladung ihren kompletten Hintern vollspritzt. Ich hänge halb bewusstlos im Gitter und höre mich Schreien. Hätte ich nicht am Tag zuvor (längere Geschichte) den intensivsten Orgasmus seit vielen Monaten erlebt – dieser hier wäre es nun endlich gewesen. Während ich noch etwas benommen da stehe, liegt sie bereits unter ihm, bis auch er sehr schnell kommt, und ihr Sekunden später erneut mit den Fingern, ein vorbereitetes Handtuch tränkend, das selbe Glück zuteil werden lässt. Sie liegt zuckend da und bedeutet ihm mit einer Handgeste, sie nicht zu berühren. Dann schließlich geht alles ganz schnell und pragmatisch: es wird aufgestanden, eingesammelt und der Raum verlassen. Ich tue es ihnen gleich, draußen vorbei an verstohlenen Blicken.

An der Bar treffen wir uns wieder, ich grinse bis über beide Ohren. Das war unerwartet, ganz anders als geplant. Wir plaudern noch ein wenig, trinken aus – dann ist es für die beiden Zeit zu gehen. Ob ich noch bleiben wolle, oder auch gehen würde, fragt sie mich. Ich verschlucke mich fast. Am Auto ein herzlicher Abschied, Küsschen, Küsschen, Umarmungen. Und nach 10 Minuten bereits auf WhatsApp der fröhliche Dank für die doppelte Überraschung. Doppelt? „Dein Schwanz und deine tolle Art“. Ich glaube, ich sollte der Sache mit den Paaren doch wieder mehr Raum geben – solche Komplimente fühlen sich gleich doppelt gut an. Die sexuelle Energie ist eigenartig, aber auch sehr intensiv. Beide sind für ihre Sexkapaden zu mir eingeladen. Mr. & Mrs Glory schlafen noch drüber, dann zeigt sich, ob es ein Wiedersehen geben wird…

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