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MissÄtherisch – Blau (Teil 3)

Im Schlafzimmer angekommen fällt die Decke, in die sie ihren nackten Körper gewickelt hatte, erneut. Vor dem Bett sinkt sie vor mir auf die Knie – harter Fußboden. Es macht mich wahnsinnig an, wenn eine Frau das tut: Wenn es ihr so wichtig ist, meinen Schwanz zu lutschen, dass sie den harten Boden in Kauf nimmt, wenn sie dabei ein Hohlkreuz macht, den Kopf in den Nacken legt… Ich müsste vorsichtig sein mit ihr, also hielt ich mich zurück, ließ sie für’s erste einfach mal das Tempo bestimmen. Sie wirkte so zerbrechlich: Haut wie Porzellan, so zierlich, so … äthe­risch eben. Ihre Augen strahlten zwar wieder, hatten aber eine neue Qualität für mich gewonnen. Zu lange hineinsehen sollte ich nicht. Meine Hose fällt zu Boden und sie freut sich über das, was ihr da entgegen springt. Heute wird er wieder ausgeliehen.
Sie lässt meine Eichel in ihrem Mund verschwinden und saugt sich daran fest. Strahlendes Blau richtet sich auf mich. Ich erwiedere den Blick nur kurz. Als ihre Zunge zu kreisen beginnt, werfe ich den Kopf in den Nacken und muss ihn mir mit beiden Hände halten. Das würde schwierig werden. Schon als ich den Raum betrat, war mein Vorsatz klar: Wir würden Sex haben, aber ich würde mich voll auf sie konzentrieren und mich um Heilung bemühen. Here I am. Aufgeweckt. Hart. Die Münder zarter Frauen… Beuge mich nach vorne – mein Schwanz ploppt aus ihrem Mund – hebe sie vom Boden auf, als gäbe es keine Schwerkraft. Breite sie vor mir aus, teile ihre Schamlippen und versenke mich in den feuchten Glanz. Helles Seufzen. Ihr Körper spannt und sinkt zugleich, ist Spannung in sich. Verspannt. Genau da werde ich hingehen. Lange Züge, Einatmen, fester Griff um die Oberschenkel, presse sie mir förmlich auf den Mund. So fein und leicht, ganz in meinen Händen. Gute Hände, raue Hände – freundliche Hände. Augen, die ihren inneren Kampf beobachten: wie sie nicht recht weiß, ob sie entspannen kann, ob sie in ihrem Körper bleiben soll, der Lust erfährt, ob nicht gleich etwas scharf hindurchschneiden wird. Ich gebe ihr mehr Zeit, spiele mich auf die Frequenz ihrer Nervenbahnen ein. Die Spannung kippt. Ihr Oberkörper sinkt in die Matratze, ihre Augen suchen hektisch Halt im Raum und können doch nicht fliehen, während ihre Hüften bereits meine Sprache sprechen und der Führung meiner Zunge folgen. Es beginnt zu Beben. Ein feines Zittern zunächst, aus dem Bauch heraus sich in den ganzen Leib verbreitend, eine Welle schließlich, die alles mitzureißen droht – und ihre Hände drücken gegen meinen Kopf und bedeuten mir zu stoppen, bevor der Orgasmus über sie hereinbranden kann. Das wäre ihr zu viel, das würde sie jetzt nicht aushalten – keine Orgasmen.
Gebe ihr ein wenig Zeit zum Verschnaufen – nicht zu viel Zärtlichkeit zeigen! – wie schräg – und wie traurig eigentlich. Zwischen Bauch und Herz ein Knoten. Ich greife ein Kondom aus meiner Tasche. Als ich sie weite, trifft mich ein verängstigter Blick. Ich halte ihren Kopf und streiche beschwichtigend über ihre Schläfe – sagen muss ich nichts, sie versteht. Sie ist so eng und dazu ein wenig verkrampft. Zentimeter für Zentimeter geht es voran, während sie sich an meinem Rücken festhält. Dann schlagartig entspannt ihr Beckenboden und ich kann hinein. Richte mich auf, greife sie an den Hüften und führe mir ihr Becken langsam und regelmäßig stoßend zu. Erneut beginnt sie sich langsam auf den Rhythmus einzustellen und lässt schließlich ihre Vorsicht fahren. Erneut ein Seufzen, die Augen nun geschlossen – etwas Katzenhaftes in ihrem Gesicht. Auf einmal ist da ein Sog – und ich lasse fließen, mein Schwanz in ihr gefangen und bereits kurz vorm Explodieren – so eng, dieser Rippenbogen, das Aufblitzen blauer Strahler, harte Nippel, ihr Stöhnen wie Glasmusik erweicht das Ohr der freundlichen Bestie. Heute geht es nicht um dich, heute bist du Heiler. Schwer atmend stoppe ich, doch ihr Becken massiert mich weiter, saugt mich aus – muss raus, muss bremsen, muss… anspannen, halten… Es gelingt mir. Während der Orgasmus losbricht, halte ich die Ejakulation zurück, implodiere für einen Moment. Ein feines Kribbeln breitet sich bis in meine Fingerspitzen aus – ich warte die drei Augenblicke ab, dann eine seichte Schwäche, und schließlich das schlagartige grobe Anspannen sämtlicher Muskeln, Bersten. Atmen, atmen, … atmen. Ich bevorzuge reguläre Orgasmen – aber mein Schwanz bleibt eben intakt. Sie sieht mir ebenso schwer atmend zu, spielt mit ihrem Fuß an meiner Brust. Ich nehme sie hoch, lasse sie in meinen Händen hin und her fließen, fahre ihren Körper ab bis an die Scheitelspitze, beiße ihren Nacken, lecke ihren Rücken hinauf – und als sie ganz weich und in mich ergeben ist, beuge ich sie vor mich und setze von hinten an sie an. Für einen Moment tritt wieder Panik bei ihr ein – sie sagt mir, dass einige Männer es genossen hätten, sie absichtlich schief und schmerzend zu stoßen und dass sie seitdem Angst vor der Position habe. Ohne von ihrem Haarschopf abzulassen, hole ich sie zu mir nach oben, drehe ihren Kopf und beschwichtige sie mit einem wissenden Blick. Drücke ihren Rücken ins Hohlkreuz, überspanne ihren Kopf ein wenig, fest im Griff, so dass sie mich spüren kann und sich in meiner Führung weiß – dringe sachte von hinten in sie ein, umfasse sie mit der zweiten Hand nun vorne herum, lasse mich auf die Fersen sinken und ziehe sie mit mir, pulsierend und tief in ihre verweilend, das Heben und Senken ihres Brustkorbs unter einer, der Nacken gespannt im Griff um den Haarschopf in der anderen Hand. Sanfter Zwang. Komm mit, hier passiert dir nichts! In ihrem Inneren ist die Hölle los. Alle Bewegung ist nur Beckenboden jetzt. Und Atem. Furcht, Vertrauen, Trauma, Schrecken, Wärme, Einsamkeit, Lust. Ihre Gedanken kreisen, ihre Gefühle schlagen hin und her – ich lasse sie dabei meine Körperwärme spüren. Beinahe reglos verweilen wir so. Es kommt mir recht lange vor – ich lasse mich einfach in sie fließen, lasse sie Gutes spüren. Sie hat das Signal verstanden und nimmt sich die Zeit. Plötzlich ist es, als würde laut polternd etwas umfallen. Ihr gesamter Körper verändert sich. Der innere Krampf bricht einfach in sich zusammen. Sie ergibt sich, spürt, dass es sich gut anfühlt. Ihre Hüfte löst sich und beginnt sich ein wenig, kaum merklich zu bewegen, eigenwillig zunächst, dann findet sie mich, synchronisiert sich. Ich halte sie weiterhin eingespannt. Mein Schwanz pocht – sie umschließt ihn innerlich, als würde sie meine Hand ganz fest halten und drücken. Unser Atem gleicht sich an. Mein nächster Orgasmus naht. Diesmal lasse ich es einfach geschehen. Ziel erreicht. Konzentriere mich. Befreie dich! Ergebe mich, verliere den Boden, ein Punkt, hinein, heraus, presse mich an ihren Rücken, meine warme Rechte vom Bauch über ihr Herz und zum Hals fahrend, dann die Schläfen hinauf auf die Linke treffend – Blau.

„Das war voll schön!“, strahlt sie mich an. Ein gelungener Abschluss eines völlig verrückten Dates. Park, Bibliothek, Trauma, Linderung. Ich bin erschöpft. Sie möchte mich da behalten, doch ich schlage aus. Es ist zwar zwei Uhr morgens und die Aussicht auf eine Stunde Heimweg mit Berliner U-Bahnen am Wochenende gelinde gesagt anstrengend, aber ich bin vorsichtig inzwischen – Oxytocin-Management. Unser Wiedersehen sollte allerdings bald folgen…

 


Beitragsbild: Love (2015) ©

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5 Gedanken zu „MissÄtherisch – Blau (Teil 3)“

  1. Ich bewundere wie Du die Bedürfnisse dieser Frau erkannt und befriedigt hast. Es ist erregend wie Du Deinen Höhepunkt beschreibst
    Eine atemberaubende Erzählung die mich mitgenommen in dieses intime Abenteuer.
    Ich kann Euch nur wünschen, dass Ihr für Euch einen Beginn erlebt habt.

    Gefällt 2 Personen

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