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Notizen aus der Dunkelheit

Die Vergangenheit ist bedeutungslos. Und man könnte sie hinter sich lassen, wenn sie nur nicht immer wiederkehren würde. Ich schlafe, ich wache auf – bin immer noch der selbe. Ich sterbe, ich lebe – mein Schatten holt mich ein. Die Erinnerungen sind so lebendig. Dann werden sie gelebte Erfahrung. Ich bin wieder alleine. Die Muter verschwindet im Dunkel. Ein kurzes und hässliches Leben. Der Vater durch die Türe. Die Geliebte will meine Hand noch halten und wird mir entrissen. Freunde kommen und gehen. Überall ist Verrat und falsche Hoffnung. Warum immer und immer wieder? Ich habe es doch längst verinnerlicht, ich will es nicht mehr erleben müssen. Alles eitel, alles Betrug. Mein Herz ist gebrochen. Meine verdammten Prinzipien zwingen mich zu atmen, doch ansonsten bin ich kraftlos. Stehe schon gar nicht mehr auf, dabei hält mich auch diese Matratze nicht. Ist es zu viel verlangt, ein wenig geliebt werden zu wollen? Ein bißchen Trost nur in all der Kälte. Aber ich musste es ja testen! Kann meine dumme Schnauze nicht halten und nenne es, wie ich es sehe. Wenn es eine Zukunft für mich gibt, dann sollte ich meine Gedanken für mich behalten. Niemand mag in den Spiegel sehen.
Weißt du was Einsamkeit bedeutet? Ich sage es dir, ohne Pathos, ohne Beschönigung und ohne Larmoyanz: Niemand liebt dich so wie du bist. Du kannst das Höchste in dir anstreben, du kannst gut und schön sein – in Wirklichkeit bis du Dreck und bist es deinem Gegenüber erst recht. Sei nur rein und gut, glänze! Sobald man sich dann in dir spiegeln kann, wirst du verstoßen. Dann spürst du vielleicht, was du immer mal geahnt hast wenn du „einsam“ warst: Wir sind alle zutiefst alleine. Es gibt kein Entkommen, keinen Brückenschlag, keine Dauer. Wir sterben vor uns hin und wir verhungern aneinander.

Mein Licht ist fort. Einatmen. Ausatmen.

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