Love

Herbstfreuden

Es ist einer der besonders kalten Herbsttage. Wir spazieren im Schlossgarten Charlottenburg. Das erste Laub ist bereits gefallen, aber es bleibt trocken und ab und zu bricht die Sonne durch. Dann bleibt Dakini schlagartig stehen und streckt mit geschlossenen Augen die Nasenspitze gen Himmel – als könnte sie die Wärme zugleich riechen und darin baden. Ich sehe ihr dabei zu und wärme mich lieber an diesem Anblick. Sie trägt bereits ihre schwarze Winterjacke und einen breiten bunten Schal. Ihr ganzes Wesen verströmt sich in die Umgebung. Manche Menschen rufen in solchen Momenten laut aus, ein „ach“, ein „aww“ oder ein „jöh“; normalerweise bin ich einer von ihnen. Hier und jetzt aber bleibe ich ganz still. Ich könnte auseinanderfallen, so sehr rührt es mich. Ich liebe dieses Wesen so sehr! Dann schlägt sie die Augen wieder auf, sieht zu mir, sieht in mich, lächelt, seufzt und kichert ganz leise, schmilzt in mich hinein und weiter geht es. Schatten säumen unseren Weg, doch mir ist warm.

Beim Rasten auf einer Parkbank koste ich sie. Dezent nur, um das eher gutbürgerliche Gelegenheitspublikum nicht zu sehr aufzuscheuchen. Und auf einmal haben wir es beide ganz eilig, wieder aufzubrechen, in ihre warme Wohnung, wo uns noch viele Stunden bleiben würden bis zum nächsten Morgen. Wo sie mich ausgiebig verwöhnen wolle, wie sie mir hier schon zuflüstert – meinen Schwanz tief in ihrem Hals verschwinden lassen würde, so lange und so oft, dass ihr die Tränen nur so herunterliefen. Bis auf den letzten Tropfen würde sie alles aus mir heraussaugen… Succubus! Wie soll ich jetzt noch laufen können?

Auf dem Rückweg bin ich völlig selig. Links neben mir, mit beiden Armen eingehakt und eng an mich geschmiegt, schwebt Dakini und kuschelt im Lauf ihren Kopf an meine Schulter. Ich könnte meine Brust gar nicht weiter raus strecken, möchte platzen vor Stolz und Freude. Wir sind ein harmonisches Ganzes, je für sich und doch untrennbar. Später, nachdem die Feuer fürs erste gelöscht sind, unsere ermatteten nackten Leiber sich ineinander verschränken und die Überreste unserer Säfte an den Beinen herabrinnen- dann wird sie ihren Kopf ganz zart auf meine Brust legen, das kühle Nasenspitzchen an einer warmen Stelle meines Halses vergraben und kaum hörbar schnurren wie ein Kätzchen. Ich erkenne den Gesichtsausdruck wieder und abermals bleibe ich ganz still… Ich war noch nie so glücklich.

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13 thoughts on “Herbstfreuden”

  1. Nickend bei jedem Kommentar lesend… freu mich so sehr für dich mein lieber Freund. Mein Lichtblick, dass man ihr immer noch und zu jeder Zeit begegnen kann. Der Liebe. Dem Wohlfühlen. Dem sich eins Fühlen. Den liebenden Geruch und das Gefühl tiefster Sicherheit ❤

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