adventure

Quick and to the Pointless

 

Sie ist „cute“. Jetzt bin ich doch etwas überrascht. Es ist Freitag Nachmittag und wir lächeln uns über die vielbefahrene Straße an. Überpünktlich steht sie bereits an der U-Bahn-Station bei mir um die Ecke.

In unseren Chats kam sie mir etwas bockig und aufgesetzt gleichgültig vor. Das hatte mich nicht weiter beeindruckt. Seit letzter Woche ist mir vieles schlichtweg egal. Sie ist Portugiesin, also sprachen wir Englisch, waren beide sehr direkt dabei und hatten uns mehrmals fast in die Haare gekriegt. Auf blöde Sprüche ging ich dann einfach nicht mehr ein, bis sie sich wieder meldete. Bereits im ersten Gespräch hatte ich alles von ihr gesehen: Einen Kopf kleiner als ich, straffer, schlanker und sportlicher Körper, ungehemmt, ausgeprägte Libido, gnadenlos ehrlich und direkt. Und kratzbürstig. Offen gesagt: Sie ging mir teils gewaltig auf die Nerven. Also wurde ich unverschämt. Und unhöflich. Aber wir wollten ja auch nicht heiraten und Kinder zeugen. Als sie mir am Mittag schrieb, dass heute mein Glückstag sei (weil sie fickerig aufgewacht war), fragte ich sie erst einmal, ob sie ein Glückskeks sei. Fand sie offenbar nicht so lustig.

Hier an unserem Treffpunkt spielt das erstmal keine Rolle. MissPortugal ist in persona doch ganz umgänglich, lieb sogar; das merke ich sofort. Autopilot. Ich bin, wie ich bin, ohne es zu sein. Freundlich bin ich, aufmerksam, zuvorkommend, neckisch, humorvoll und lebendig. Mensch, super Typ! Authentisch selbstentfremdet. Ich könnte kotzen. Sie hat Hunger, also stoppen wir auf unserem Schlendergang durch den Kiez für Schokolade und Bananen. Zwanzig Minuten später sind wir dann bei mir zu Hause. Ich mache ihr einen Tee und wir plaudern noch ein wenig. Der Umgang ist sehr entspannt und vom vorherigen Stunk keine Spur mehr. Zwischendurch hält sie mitten in ihrem Redefluss inne und wir grinsen uns einen Moment an – es liegt bereits in der Luft. Ich bin viel zu stumpf, um irgendwie aufgeregt zu sein. Sie selbst ist ebenfalls völlig unromantisch. Also was soll’s? Wir sollten endlich ficken. Es ist schon längst beschlossen.

Kleine feste Brüste, sehr erogen und empfindlich. Ihre Küsse erst zaghaft, dann traut sie sich. Zuviele Dates mit Scumbags gehabt – meinen Schwanz rührt sie erstmal nicht an. Also lecke ich sie. Ihre Klitoris ist winzig – das habe ich so noch nicht gesehen. Wie der Kopf einer großen Stecknadel. Schwer zu erreichen, aber sie beginnt wie eine Rakete zu quietschen. Ich schaffe mir mit einer Hand besseren Zugang, halte ihre wippende Hüfte mit der anderen fest an mich gepresst. Unterdruck, pulsieren, kreisen, links, rechts, rauf, runter, flach, spitz, Schaft, Vorhof, Spalte, volles Programm. Jetzt bekomme ich auch einen geblasen. Fuck! Gekonnt und enthusiastisch. Ich bin zum Bersten gespannt, aber dann saugt sie im Überschwang zu kräftig an meinen Eiern. Das bringt einen anhaltenden, ziemlich ungeilen Schmerz mit sich. Sie schmeckt gut. Ihr Arschloch ist ausgesprochen empfindsam. G-Punkt sei Dank bekommt sie ihren ersten Orgasmus. Alles nass, Hand und Oberschenkel glänzen. Ausbaufähig. Wir gehen rauchen. Sie wird gesprächig. Sehr sehr gesprächig. Ich bin zwar dabei, aber auch nicht. Mein Gehirn verarbeitet Gehörtes, mein Mund blökt ab und an eine Verständnisfrage, mein Kopf nickt. Wie befremdlich doch alles gerade ist. Autopilot. Ich will nur ficken und vergessen.

Diesmal bleibe ich dran. Mein Bett ist umgegraben, sie flucht, zittert, seufzt und stöhnt. Ihre Finger krampfen hilflos, als sie kommt. Zuvor war sie pessimistisch, jetzt meint sie fast übermütig, dass sie bestimmt noch einmal kommen könne. Vorher bläst sie meinen Schwanz. Vor mir liegend, angewinkelte Beine, mit den Füßen spielerisch wippend. Sie macht das verdammt gut! Nach ein paar Minuten komme ich, ohne zu ejakulieren. Mich wundert nichts mehr. Ist aber super für die Standfestigkeit. Multiple Orgasmen – dabei wäre ich mit einem schon zufrieden. Nachdem mein Nervengewitter abgeklungen ist, macht sie weiter. Nach so kurzer Zeit hat sie meine Knöpfe gefunden – es dauert nicht lange, Gesicht, Schulter, ein Schuss in hohem Bogen bis an ihren Oberschenkel. Vidi, vici, veni.

Einen dritten Orgasmus verschaffe ich ihr noch. Das erste Mal in meinem Leben und gegen alle hochheiligen Prinzipien lehne ich Analsex ab. Ihr Arschloch ist klein, verdammt eng, lecker und saftig. Eines dieser Perfekten. Und ich kann nur daran denken, dass es ihr weh tun könnte. Sie lädt mich in ihr Allerunheiligstes ein und ich lehne ab – what is wrong with me?

Wir entspannen noch eine Weile zusammen, bis sich der Hunger bemerkbar macht. Es sind sechs Stunden vergangen. Ihre Einladung, zusammen etwas essen zu gehen, schlage ich aus. Ich will alleine sein. Eigentlich bin ich bestens gelaunt. Körperlich jedenfalls. Der Autopilot verabschiedet MissPortugal zur Tür, macht Kaffee, grinst, wirft Kondompäckchen und Kleenex weg, raucht. Das ist doch schon mal ein Fortschritt: Ich werde heute gut schlafen. Darkness awaits.


 

Beitragsbild: Shame (2011) ©

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