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Glimpses of Gomorrah

Es zischt, als ich die Luft durchschneide. Die Seile sitzen straff, graben in deine Unterarme. Dein Atem geht heftig, panisch fast. Ich sehe, wie sich deine Muskeln regelmäßig anspannen; du kannst aber nichts sehen, hast die Augen verbunden. Du siehst nicht, wie der Wolf die Zähne fletscht. Du spürst ihn, da neben dir. Du hörst ihn ruhig und tief einatmen. Ich sauge das Gemisch aus Angst und Vorfreude tief ein – ich atme dich. Ein Zischen – ein Zucken. Beinahe kippst du seitlich um. Ein langer roter Striemen beginnt auf deiner rechten Pohälfte zu glühen: „Eins“. Ein piepsiger Unterton, du quälst das Wort heraus. Der Bambus wandert suchend. Deine Beine hinauf, über deinen Hintern, der sich da vor mir in die Luft streckt. So brav! Du spannst erneut an, heftig zitternd – dabei klopfe ich nur leicht. Als du nachlässt, hole ich aus. Nicht zu sehr. Wir sind erst am Anfang: Zehn waren angekündigt, in Gedanken bin ich aber schon viel weiter. Der Schlag trifft unterhalb des vorherigen. Ich warte. „Zwei“. Der dritte Schlag folgt sofort, trifft heftig, presst dir pfeifend den Atem aus dem Brustkorb. Du kippst seitlich weg, ich sehe ein Zucken durch deine Wirbelsäule – wie ein verwundetes Tier liegst du da. „Ich höre nichts.“ – „… … drei?“ – „Sicher? Und wo gehst du hin?“. Mehr muss ich nicht sagen. Ein leises Winseln, schon hast du dich wieder aufgerichtet. Brav! Wie gut, dass du mich gerade nicht sehen kannst… Nummer vier trifft deinen Oberschenkel. Das Holz splittert und dein Rücken jagt ins Hohlkreuz. Ich warte, bis du einatmest, streichle zärtlich über deinen Hintern. Lege meinen Kopf an deinen. Lausche deiner Lust, atme mit dir, atme deinen Schmerz, küsse deine Schläfe. „Du hast da etwas vergessen.“ Der darauf folgende Laut ist unbeschreiblich. Zwei kurze Schläge später: „Sechs?“ – „Nein, fünf.“ Du winselst. Ich hole weit aus diesmal, teile die Luft, teile deine Haut, teile den Bambus, der in Fetzen durch den Raum fliegt. Ein blutiger Striemen über deinen Hintern. Dein Atem rast, unterlegt von piepsigem Stöhnen. Ich muss lachen: nur noch ein  zerfasertes Etwas in meiner Hand – „Sieb… Sechs!“ – „So ist gut!“ Ich küsse über deine Wunde, streiche deinen Rücken hinauf. Die Anspannung löst sich in heftigem Zucken, du verschluckst dich beinahe beim Einatmen. Du bist so tapfer!

Der Bambus fällt neben dem Bett zu Boden – du wirkst erleichtert. Neben den blaugrünen Flecken unseres letzten Treffens zieren nun rote Linien deinen Hintern. Eine Reitgerte ist im Vergleich fast harmlos: Gut einen Meter lang, dünn und fast unkaputtbar, an einem Ende eine Kappe aus Hartplastik. Mein neues Werkzeug schneidet durch die Luft wie ein warmes Messer durch Butter, beisst sich tief in deine Nervenbahnen, stechend – „Sieben…bitte…“ – meine Finger gleiten mit der selben Leichtigkeit in dich hinein, Blitze durchfahren deinen Unterleib, dein Muskel spannt, ein bebendes Zittern, wie in Wellen, schlackernde Beine, dein Kopf fällt ins Kissen. Mit der Hand in dir halte ich dich aufrecht, ziehe erneut durch… und wieder: „Acht… neun…“ Fäden an meinen Fingern als ich mich zurückziehe. Ich stehe neben dem Bett während dein Körper pulsiert, sich rhythmisch aufbäumt und wieder entspannt. Erneut befehle ich dir, still zu halten – so tapfer! Es kostet dich Mühe, ich spüre deine Anspannung, sehe deine nasse angeschwollene Spalte weit nach oben gestreckt, die Oberschenkel über den Halterlosen glänzen nervös von deinem Saft – als könntest du das dämonische Grinsen sehen. Der Wolf leckt Blut, kostet von dir, streicht deinen Rücken hinauf und zieht deinen Kopf am Haarschopf nach hinten, saugt die selbe Luft wie du, bevor er dich kosten lässt, meine Zunge an deiner, Seufzen, bevor dein Gesicht wieder im Kissen verschwindet und ich weit ausholend einen kräftigen Schlag quer über deinen Hintern sausen lasse, der dich zusammenbrechen lässt… „Zehn“, vernehme ich noch kaum hörbar, bette deinen Kopf auf meinen Arm und schmiege mich warm von hinten an deinen zusammengekrümmten Leib. Mit der freien Hand löse ich Augenbinde und Fesseln, bevor ich dich umschließe, dein Zucken in meiner Wärme auflöse, den Duft deines Nackens atmend, deine Hand auf meiner…

 


Beitragsbild: Ernst Seger – Tanzende Mänade

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9 thoughts on “Glimpses of Gomorrah”

  1. Auch die Stille hier hält nicht davon ab, hin und wieder zu schauen, ob der eine oder andere Buchstabe einen Weg auf dein Profil findet. Es ist ist interessant. Wenn man viel am Stück von jemandem liest , und es mag, was man liest, dann lässt es dich nicht los und du bist neugierig, wie es denn weiter geht….
    Naja, kurz gesagt, schick dir ein paar gute Gedanken 🙂

    Gefällt 1 Person

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