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Batteries low or: A new lesson in misanthropy

Zwischendurch auch mal auseinanderfallen – mal zusammenbrechen: das wäre schön! Mein Fall ist in Zeitlupe, permanent, konstant, aber so langsam, dass es niemand mitbekommt. Damit es niemand mitbekommt. Für den Betrachter stehe ich still – und fest. Ihr dürft zusammenbrechen, dürft umfallen. An mir kannst du dich anlehnen. Meine Arme sind offen. Komm zu mir und lass dich eine Weile halten – und halt mich ein Stück des Weges, ganz kurz nur – das genügt mir schon.

Es ist nicht immer leicht, stark zu sein. Zur Zeit schon gar nicht. Ein bißchen Nähe nur, ein wenig Vertrauen – das ist schön! Das wäre schön. Und warm. Wie ein fremder Leib, angeschmiegt an meinen. Aber ohne das Dazwischen. Dieses dunkle, kalte Etwas. Das gibt mir ein wenig Kraft. Ich bin hungrig – und ihr seid es noch mehr. Ich übernehme mich. Zehre mich aus für euch – hoffnungsloser Optimist!

Alte Verletzungen und neue. Wenn genommen wurde und nicht gegeben – das tut schon weh. Wenn dabei noch Gleichgültigkeit herrscht – da sticht es schon. Du willst noch mehr, hast noch nicht genug? Nun, das ist dann wirklicher Schmerz: Wenn Welten entzwei gehen. Wenn Enttäuschung einsetzt. Wenn du merkst, wie wertlos Vertrauen ist. Wenn du schlagartig die Kälte im Anderen spürst. Das Nichts ist ansteckend. Wir sind Dreck.

Wenn du dich aufraffst – jetzt erst recht! Dich bemühst, hindurchdringst, empfindest und deine Hand ausstreckst, obwohl sie gebissen wird. Wenn dir dann ins Gesicht gespuckt wird. Einfach so. Zorn einsetzt. Zorn, der dir über die Verzweiflung helfen soll und in der Kälte schon auf halber Strecke erfriert. Und du siehst nur auf das nackte Elend unserer Vereinzelung. Und trotzdem schaust du immer wieder zurück, in der Hoffnung… ja, worauf eigentlich?! Auf Reue? Einsicht? Dass es wärmer wird? Du treudoofes Arschloch! Du löst die Hand und sie gleitet davon. Von einem Moment zum anderen. Wieder dieses trennende Etwas. Zwischen uns. In uns. Warmer Funke, für einen Augenblick nur – hat nicht gegriffen. Verglüht. Hoffnungsschimmer. Dann ist sie weg. Und mit ihr… naja, eigentlich nichts. Kälte. Aber spürbarer als zuvor. Bis du auch wieder ausglühst. Wir sind Dreck.

Das Universum dehnt sich immer weiter aus. Die Leere zwischen den Körpern wächst. Wie schnell – das ist eine Frage des Standpunkts. Wie mit dem freien Fall. Und so geht es immer weiter – bis da nichts mehr ist.

Unendliches – kaltes – Nichts.

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4 thoughts on “Batteries low or: A new lesson in misanthropy”

  1. Es ist nicht immer leicht stark zu sein… Und es geht auch nicht immer. Dann wenn die Leere, das Nichts mit wunderbarem Augenaufschlag ins Ohr säuselt und mit warmen Hände greift. Sie zieht sanft aber bestimmt und wiegt in Sicherheit. Fern ab dem geschäftigen Treiben. Fern ab von Menschen die doch alle ebenso stark wirken. Oder ja die eigene Stärke benötigen.
    Es ist dann alles egal. Ein trauriger leerer Schleier umhüllt und zieht die Schnur langsam enger. Das Davonkommen. Das Annehmen. Ohne zu Füttern. Die Akzeptanz. Das ist zumindest für mich das aller schwierigste…
    Gute Gedanken schick ich dir…

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  2. du schreibst eine menge wahrer worte. dennoch: mein credo (stammt nicht von mir) ist immer noch, dass enttäuschungen (und ich glaube das ist einer der kernaspekte) die folge falscher erwartung ist. wenn man also zurückschaut, dann sollte man sich genau diesen aspekt anschauen und aus den schlussfolgerungen lernen……das war der „lehrerhafte“ teil.
    ansonsten glaube ich, dass es möglich ist, sich mit ganz kleinen erfolgserlebnissen aus dieser negativspirale zu lösen. und diese erlebnisse kannst du dir selber schaffen. ich habe es probiert, meist funktioniert es.
    ansonsten wünsche ich dir den wiedergewinn von leichtigkeit und optimismus. das bedeutet nicht, dass man blauäugig wird, aber etwas mehr positive stimmung, eine kerze im dunkel braucht jeder.
    viel glück

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  3. Leider wunderbar beschriebener Zustand!
    Mir sehr bekannt – nur was tun? Was ändern? Muss man zum Arsch mutieren, niemals schwach sein und in einem Panzer einsam vor sich hinvegetieren?
    Nein!
    Aber man muss sorgsam sein bei der Auswahl der Menschen mit denen man sich umgibt und in die man investiert: Zeit, Gefühle, Energie!

    Kostbare Ressourcen auf die Du achten musst.

    Ich drücke Dich und schicke Dir herzlichste Grüße!

    Gefällt 2 Personen

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