adventure

Mr. & Mrs. Baustelle

Samstagnacht, drei Uhr morgens: Ich liege auf meinem Bett, geduscht, angezogen; schaue Six Feet Under und will noch nicht in meine Jogginghose wechseln – trotz der fortgeschrittenen Stunde glaube ich noch daran, dass etwas passieren wird. Was war geschehen? Am Abend hatte mich ein Paar angeschrieben und zum gemeinsamen Spiel zu sich eingeladen. Ich hatte mir ein Auto organisiert, mich frisch gemacht – und dann kam auch prompt die Absage. Paare sind oft kompliziert; soviel weiß ich inzwischen. Sie würden sich demnächst wieder melden – jaja…
Eine andere erzählt mir, sie und ihr Mann stünden drauf, wenn sie sich für Sex verkaufe. Ich hake noch nach, ob es nur um die Symbolik ginge – das würde ich wohl mitspielen. Nein, da solle schon etwas in ihrem Sparschwein landen. Ich lehne dankend ab – ich bezahle nicht für Sex und kaufe Menschen nicht.
Gegen 23 Uhr trifft eine Sprachnachricht auf WhatsApp ein. Eine Online-Bekanntschaft, die jetzt aus dem Urlaub zurück ist. Sie ist seltsam, soviel weiß ich inzwischen. Und launisch. Mühe gebe ich mir schon gar nicht mehr, seit sie mich vor ihrem Urlaub blöd angequatscht hatte. Sie laufe gerade von einem Club nach Hause und sei noch etwas high – wenn ich Drogen hätte, solle ich vorbeikommen. Ansonsten würde sie ziemlich bald runterkommen und dann wäre es nichts mit ficken. Ich bepisse mich fast vor Lachen 😀 Ich biete ihr einen Endorphinschub an und rufe ihr ins löchrige Gedächtnis, dass ich der bin, der außer Nikotin nichts konsumiert – da war sie sich nicht mehr ganz sicher… Der mit der Gitarre oder der Drogenfreie? Charmant! Immerhin macht sie ziemlich guten Techno…

Es wird spät. Ich habe viel zu viel Energie. Liegestütze, Marilyn Manson dröhnt in voller Lautstärke während ich durch die Wohnung wirble: „I’ll be born again, I’m someone else, I’m someone new, I’m someone stupid just like you“ – ich genieße meine wiederentdeckte Idiotie 🙂

Von einem Paarprofil, mit dem ich bereits ein paar Zeilen gewechselt hatte, bekomme ich eine Nachricht: Ich habe ihn vor mir. Seine Frau sei heute Nacht zum Tanzen aus, ich solle ihr mal eine Nachricht schreiben und ein nettes Foto dazu schicken – nur bitte kein Schwanzfoto 😀 Dann schickt er mir ihre Handynummer. Ich muss lachen. Diese Direktheit ist nach all den übervorsichtigen Paaren sehr erfrischend! Ich schreibe ihr auf WhatsApp. Es ist Mitternacht.
Nach einer Weile -ich vermute, sie hatte keinen Empfang- liest sie die Nachrichten. Ein Besuch auf meinem Profil folgt. Dann nichts. Ich wundere mich kurz: Vielleicht sprechen die beiden sich ja noch weiter ab. Also mache ich es mir gemütlich – whatever happens.

Drei Uhr morgens also: Da klingelt mein Handy, WhatsApp-Anruf. Ob das ein Versehen war? Ich warte kurz – nein, es klingelt weiter, Absicht also. „Hallo!“. Sie ist offenbar noch in diesem Club. Sie hätte Lust sich zu treffen, aber hätte gerade einen Bekannten an sich kleben, den sie loswerden wolle. Wenn ich käme, sollte ich mich als alten Bekannten ausgeben, der sie sicher nach Hause fahren wolle. Das klingt schon sehr interessant – ich sage direkt zu und mache mich auf den Weg. Es sind nur 2km. Ihr Mann schreibt mir noch, ich solle sie dann mit zu mir nehmen. Um halb vier nähere ich mich dem argwöhnisch dreinblickenden Türsteher… wie lange ich schon nicht mehr in einem Club war! Nüchtern – und wie ein Drogendealer sehe ich auch nicht aus: den Test habe ich wohl bestanden. Dank ihrer Beschreibung entdecke ich sie sofort: etwa 1,60 groß, schwarze Hotpants, weiße Bluse – hui! Sex – mit jeder Faser ihres Körpers. Und neben ihr ein Bär von einem Mann… „Hi, da bist du ja! Schön dich wieder zu sehen!“ Wir umarmen uns, zwei Küsschen (wir sind jenseits der Schweizer Grenze), sie lächelt belustigt – das hat scheinbar funktioniert. Der Bär schluckt, wir grüßen uns mit einem Handschlag – seinen Namen höre ich nicht richtig – oder höre ich nicht hin? Tut mir leid, du wirst gerade abserviert :-/ Sie ist höflich, unterhält sich weiter mit ihm. Ich lehne mich zurück und lasse den Dingen ihren Gang, beobachte die Szenerie: Eine Kleinstadt-Disco, Altersdurchschnitt 40, schräge Gestalten. Aufgetakelte Leute, die obligatorische „Psycho-Tante“, die es in jedem Lokal geben muss, die mit dem seltsamen Tanzstil und dem herrlich unangepassten Verhalten. Ich bin ja nur der Bekannte, der sie sicher nach Hause fährt; entsprechend meine Zurückhaltung. In einer halben Stunde ist hier sowieso Schluss. Als sie dem Bären sagt, sie würde jetzt in die RaucherInnen-Lounge gehen, versteht er den Wink und verabschiedet sich freundlich. Wir gehen also qualmen und unterhalten uns das erste Mal. Sie ist ziemlich offen und direkt, mustert mich genau, während sie ein wenig von sich, ihrer seit über 20 Jahren währenden Partnerschaft und vergangenen „Hausfreunden“ erzählt. Sehr redselig ist sie. Mir gefällt der klare und unbekümmerte Umgang, den sie und ihr Mann mit ihrer Sexualität entwickelt haben. Wir stehen sehr eng, ihr Bein berührt meines. Ich gebe ihr Feuer; Gelegenheitsraucherin, „Nuttenstängel“. Wir lachen, flüchtige Berührungen – unausgesprochen ist bereits klar: Die Attraktion stimmt. Pünktlich um vier wird der Laden dicht gemacht. Die „Psychotante“ huscht gebückt zum Ausgang als wäre sie Gollum, der Türsteher verschließt die Tür hinter uns. „Fils de pute!“ und „Nique ta mère!“ – auf dem Parkplatz gehen sich ein paar angetrunkene maghrebinische Halbstarke fast an den Hals. Meine Begleitung ist etwas nervös, aber als ich mich lächelnd vor sie stelle, scheint sie sich zu beruhigen. Auf ihre Frage hin muss ich ihr offenbaren, dass wir nicht zu mir fahren können. Kein Problem: Sie schreibt ihrem Mann, die beiden wechseln ein paar Nachrichten. Sie fragt, ob ich sicher sei, dass ich mit zu ihr nach Hause wolle: Es herrsche Baustelle wegen Renovierungsarbeiten, ich könne nicht mal duschen. Clever! Ich sei frisch geduscht – ich sag’s einfach direkt, woraufhin sie grinsen muss. 20 Jahre Swinger, da erlebt man eben viel…

Mr. & Mrs. Baustelle wohnen in einer Eigentumswohnung im Dachgeschoss. Sie hatte nicht übertrieben: Beinahe überall war der Boden herausgerissen, die Wände unverkleidet, keine Türen, das Bad bisher nur rudimentär vorhanden. Mr.Baustelle ist mindestens so sympathisch, wie er durch seine Nachrichten wirkte – ein stiller entspannter Typ. Die beiden geben mir eine Führung, wir quatschen entspannt. Da ist kein Eis, das erst gebrochen werden müsste – ich fühle mich sehr wohl hier. Im Wohnzimmer steht eine riesige Couch, die reinste Spielwiese. Mrs.Baustelle und ich nehmen Platz, während er weiterhin steht: Er würde sich gleich mal wieder ins Arbeitszimmer verdrücken – vielleicht schaue er später mal wieder bei uns vorbei. Ich grinse nur noch über beide Ohren – so ähnlich habe ich mir das immer ausgemalt, falls ich mal heiraten sollte… ich bin mitten in eine Phantasie hineingeraten!

„Ja, da sind wir also.“, lächelt sie. Ich rücke an sie heran, wir tauschen ein paar knappe Küsse. Als ich sie um den Hintern greife, wird sie fast schon fachmännisch, will sich nicht lange mit Entkleiden aufhalten. Sie steht auf und zieht sich komplett aus. Umwerfend! Ich kenne diesen Körper. Eine Ex-Freundin hatte nicht nur die selbe zierliche Figur, auch das Tattoo, dass sich von ihrer linken Brust seitlich an ihrem Körper hinunter, über den Hintern und die rechte Hüfte zurück nach vorne schlängelt und sich verzweigend an ihrer gepiercten Klitoris vollendet – die Ähnlichkeit ist verblüffend. Ich erinnere mich, beim bloßen Anblick ihres Körpers oft dermaßen in sexuelle Rage geraten zu sein, dass ich ohne großes Zutun jederzeit kommen konnte. Noch heute denke ich manchmal an sie zurück… Mrs.Baustelle beginnt mich auszupacken, ich helfe nach. Ein erster flüchtiger Blick unter meine Shorts, als könne sie es nicht erwarten: „Rasiert. Sehr gut!“ Ich komme immer noch nicht aus dem Grinsen raus, fühle mich spätestens jetzt wie ihr neuestes Sextoy. Why not? Sie bedeutet mir, mich hinzulegen. Ich überlasse ihr gerne die Führung, mache es mir bequem. Mit viel Genuss beginnt sie meinen Schwanz und meine Eier zu lecken, dann nimmt sie ihn komplett auf. Und ich meine komplett. Er ist zwar noch nicht vollständig hart – trotzdem ist das neuer Rekord. Kurz darauf kommt sie nicht mehr so weit, aber sie kämpft, reibt gekonnt, spuckt und saugt und schmatzt und leckt. Ich spüre meinen Orgasmus nahen – zu früh – ich unterbreche und drehe sie herum. Ihre Beine verschränken sich hinter meinem Kopf während ich mit der Zunge an ihrem Piercing spiele. Sie ist sehr empfindlich. Als es um meine Finger eng wird, legt sie selbst noch Hand an, bricht aber kurz vor dem Höhepunkt ab: Sie möchte anders kommen. Wieder soll ich auf dem Rücken liegen. Sie reibt mich mit Silikonöl ein und beginnt dann reitend ihren Kitzler an meinem Schwanz zu reiben ohne einzudringen. Das beherrscht sie ausgesprochen gut – kein Mühlrad. Ich packe sie fest an der Hüfte und bewege mich mit ihr im Takt. Als sie hinter sich greift und mit der Eichel zu klopfen beginnt, dehne ich sie mit meinen Fingern – „Ich will deinen Schwanz an meiner nassen Fotze spüren!“. Sie wird ekstatisch und kommt laut stöhnend auf meinem brennenden Schwanz.

Ich nutze den Moment, um mich endlich aufzurichten, greife zu den Kondomen und ziehe eins über, während sie schwer atmend unter mir auf dem Bauch liegt. Dann kommt die fatale Unterbrechung: Sie muss ihr Piercing rausnehmen, damit der Gummi nicht aufgeschlitzt wird. Durch das Gleitmittel ist der Verschluss viel zu glitschig – ein umständliches Gefummel mit Küchenpapier beginnt, während ich um meine Erregung kämpfe… und sie umso mehr verliere, je mehr ich das enge Latexgefängnis an meinem besten Stück spüre. Klassischer Kondomknick. Ich sehe das eher gelassen, aber sie beginnt mit „Kann jedem mal passieren“ usw. – Formeln zur Beruhigung der weniger selbstsicheren Geschlechtsgenossen. Dadurch wird die Situation fast schon komisch: auch Frauen haben es in solchen Momenten nicht leicht 😀 „Gib mir einfach ein paar Minuten!“, beschwichtige ich ihre Sorge und widme mich ihr wieder mit dem Mund. Nach einigen Minuten ist sie wieder soweit und möchte wieder auf mir reiten. Sie kommt nach wenigen Minuten und stürzt sich dann wie wild geworden auf meinen wiedererstarkten Schwanz. Ich vergehe fast bei dieser intensiven Bearbeitung und muss mich aufrichten – déjà vu! In meiner liebsten Perspektive, mein Blick über den Rücken auf ihren knackigen Hintern, die Tattoos an ihren schönsten Linien… der visuelle Kick gibt mir noch den Rest! Meine Vorwarnung kommt frühzeitig – hat sie mich gehört? Nochmals – „mhm“ aus ihrem vollen Mund – kein Nachlassen, sie saugt mit voller Kraft, mein Hirn schaltet ab, geht in diesen primitiven Modus, wo es nur noch Reiz gibt, alles Strom und Schwanz und warmer enger Mund. Kein Nachlassen – sie nimmt mich völlig auf, saugt auch den letzten Rest meines Spermas aus mir heraus. Mit vollem Mund sieht sie mir bein Zucken zu, schluckt alles runter und fragt besorgt, ob alles in Ordnung sei – ich kann fast nur lachen…

Sie geht Feuchttücher holen – was für ein Service! Während wir nackt auf der Couch entspannen, kommt auch Mr.Baustelle wieder vorbei und erkundigt sich nach dem Rechten. Ob sie meinen Schwanz gut geblasen hätte und sich auch sonst gut benommen hätte. Ich verpetze sie und erzähle ihm, dass sie mich ein paar mal in die Brustwarzen gekniffen hatte. Daraufhin bekommt sie die selbe Behandlung von ihm zurück. Die Situation ist urkomisch! Er setzt sich dazu, Mrs.Baustelle und ich nach wie vor nackt, sie mit dem Kopf auf meinem Bauch. Wir unterhalten uns über dies und das, die Renovierungspläne für die Wohnung, Arbeit, unsere Koffeinsucht – ganz unbefangen. Inzwischen dämmert es draußen, halb sieben. Ich schlage den angebotenen Kaffee aus und kündige meinen Aufbruch an. Ich fühle mich zwar ungemein wohl bei den beiden, aber bin schon ziemlich erschöpft. Der Abschied ist herzlich. Ich bringe es nicht über mich, meinen baldigen Wegzug zu erwähnen. Die beiden ziehen mich als zukünftigen „Hausfreund“ in Betracht; und würde ich Basel nicht verlassen, so könnte ich mir das sehr gut vorstellen. Tags darauf erhalte ich noch ein paar Nachrichten von ihm: Sie hat es sehr genossen, schreibt er mir, und „dir hat es ja scheinbar gut gefallen wie sie ihre Fotze auf deinem Schwanz gerieben hat :-)) jaaaaaa das ist auch GEIL“ – Mr. & Mrs.Baustelle: So kann Treue ohne Eifersucht aussehen.

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