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Komplexitätsreduktion am Scheideweg

An dieser Stelle möchte ich kurz Bilanz ziehen, denn bald gabelt sich der Weg. Wie kürzlich angekündigt, löse ich die alten Sicherheiten und stürze mich in das Abenteuer eines neuen Lebensabschnitts – dazu unten mehr.

Was hat sich vereinfacht? (Dieser Beitrag zumindest nicht: der ist voller Links 😀 )

MissBuchhaltung hat sich Mitte Juni endgültig verabschiedet: Es bleiben schöne Erinnerungen an unkomplizierte und entspannte Abende, Einschlafen zu vertonten Rielke-Gedichten, ihr sprunghaftes verrücktes Wesen – und selbstverständlich den ausgezeichneten (Vanilla-)Sex. Sie wird ihren Weg mit Sicherheit finden und auch weiterhin achselzuckend so manche Tiefen hinter sich lassen. Ich bin froh, dass sich unsere Wege eine zeitlang gekreuzt haben.

MissKokosmilch werde ich nicht mehr treffen. Irgendwie ist der Funke nie übergesprungen. Die gemeinsame Zeit war nett

MissNachsommer muss ich demnächst mal kontaktieren. Auch diese Affaire wird beendet. Ich schätze sie als Person, aber sexuell fehlt mir bei ihr schlicht die Leidenschaft und die Initiative – auch mein Hirn verlangt nach Stimulation und letztendlich hatte sie wesentlich mehr von unseren Treffen, als ich. Ihre faszinierende Eleganz wird mir stark in Erinnerung bleiben, ebenso wie ihr entspannt-zufriedener Blick bei der Zigarette danach, wie sie den Rauch mit halb geschlossenen Augen in die Luft haucht, nachdem meine Zunge die Härten der Arbeitswoche gelöst hat. Sie sucht bereits einen neuen Liebhaber, soviel konnte ich bereits sehen – sie wird sicher bald fündig, auch wenn die Typen ihrer Aussage nach alle so „boring“ sind…

– MissEyesWideShut ist wortkarg und geheimnisvoll wie immer – sie ist scheinbar viel gereist, hat inzwischen wieder eine Beziehung „de merde“ geführt und ist überhaupt nicht in der Stimmung für sexuelle Abenteuer – ich gebe mich geschlagen.

Oh, und zu guter Letzt:
Tinder gelöscht (26. Juni 2015) – what a waste of time! 😀

– Wie und ob es mit FrenchFreak weitergehen wird, ist mir aktuell völlig unklar. Der Kontakt ist seit Wochen abgebrochen, nachdem ich sie gebeten hatte, mir etwas Zeit zur Ordnung meiner Umstände zu lassen. Das ist zwar soweit gelungen, aber die Distanz hat auch ein Stück des Verlangens gefressen. Bleibt ein „vielleicht“…

Nun zur großen Veränderung:
Ab September diesen Jahres werde ich mein Leben in Berlin fortsetzen. I know: noch so ein Zugezogener! („Diese ‚Urberliner gegen Zugezogen‘- Diskussion ist ein Hurensohn!“ – ZM) Vor ein paar Wochen schrieb mir mein bester Freund, der nun schon einige Jahre dort lebt, dass seine Mitbewohnerin ihren Auszug angekündigt hatte – ob ich nicht endlich wieder zu ihm kommen wolle? Hätte er mich das vor ein paar Monaten noch gefragt, ich hätte vermutlich abgelehnt – zu bequem hatte ich mich in meinem Trott hier eingerichtet. Inzwischen merke ich sehr deutlich, wie sehr er mir fehlt. Er und die vielen alten Freunde und Freundinnen, Bekannte neu und alt. Die jahrelange soziale Isolation drückt inzwischen sehr.

Das Leben außerhalb der Wohlstandsblase Schweiz auch: Das reale Leben, mit Assis, Dreck und Schalke, mit Jogginghosen im Supermarkt, statt herausgeputzt zum Einkauf bei Migros, mit Punks und ernstzunehmenden Linken ohne elterlichen Trust Fund, der sie nach dem Studium auffängt, HartzIV und Titten, Fahrrad statt Velo, Voküs und Hipsterhass, U-Bahnen und echte Städte, Kaffee für 2€, Falafel, freche Schnauze, Hundekot… und endlich wieder richtiges Brot! Die noch nicht ganz so entrückte First World eben.

Und was hält mich noch in Basel?

MissAzur wird mir als Freundin erhalten bleiben – da habe ich keine Bedenken und freue mich auf die geteilte Zukunft. 🙂

Was hält mich? Inzwischen war auch (schon wieder) der Entschluss gefasst, mein jetziges Studium an den Nagel zu hängen: Für den wissenschaftlichen Betrieb bin ich gänzlich ungeeignet und um Taxifahrer oder Marktforscher zu werden, studiere ich nicht Soziologie. Eine interventionistische kritische Wissenschaft ist das sowieso in weiten Teilen nicht mehr und der Zeitgeist verheißt nur Unheil. Ich brauche ein praktisches Standbein, endlich mal ein geregeltes Einkommen – und vollende also den Kreis: Soziale Arbeit – da hätte ich vor 10 Jahren auch schon landen können… -_-

Was hält mich noch? Bei aller Vorfreude und Aufregung habe ich bei dieser Frage dennoch einen Kloß im Hals: Da ist jemand. Sie war in diesem Beitrag auffallend abwesend, denn sie gehört in keine Auflistung. Da sind zarte Gefühle. Enttäuschte traurige Augen. Es tut mir so schrecklich leid! Ich wünschte, es wäre einfacher – hoffentlich endet unsere Geschichte dort nicht…

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24 thoughts on “Komplexitätsreduktion am Scheideweg”

      1. Der stille Engel hat heute was gepostet, das schien mir in deine Richtung zu gehen..kann mich evtl. auch irren:(

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      2. Er ist im Augenblick privat extrem gestresst. ein Treffen wird so bald nicht möglich sein obwohl wir beide große Lust aufeinander haben…..

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      3. Ich muss bis 16.30 arbeiten und bekomme heute Besuch von der Tochter…da werde ich es mir verkneifen müssen…mal sehen was das WE bringt…außer Hitze

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      1. Ich habe vor allem Zürich kennengelernt. Wie Du sagst: Abgekapselt, selbstgenügsam, eine schöne aber eigene Welt. Mir hat das Liberale gefehlt, die Tellerränder waren mir irgendwann einfach zu hoch.

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  1. ein facettenreiches resümée. aber auch getrieben von der idee nach änderung, neuanfang. ich kann nur sagen, dass ein neuanfang vieles besser, aber nicht alles gut werden lässt. dennoch ist es wundervoll zu erleben, was das leben noch so zu bieten hat. ich wünsche dir ein füllhorn der lebensgaben 😉

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    1. Es soll ja nicht alles gut werden – aber in Bewegung kommen. Es ist nicht mein erster radikaler Bruch: Das Füllhorn oder die Gosse (wer die Anspielung erkennt, bekommt einen Keks!) – vielleicht gar nicht so weit auseinander… Ich danke dir für die guten Wünsche!

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