allgemein

Trouble in Tinder Town

oder: Warum ich Tinder demnächst wieder löschen werde.

Es musste ja so kommen! Vor ein paar Tagen erwähnte ich, dass ich diese Woche zwei Tinder-Verabredungen hätte.

Dienstag und Donnerstag habe ich je ein Date mit zwei bis jetzt ziemlich entspannt wirkenden Frauen, die genau wissen, worauf sie sich einlassen – ich bin gespannt…

Ach wirklich!? -_- Nur gut, dass ich vor ein paar Stunden noch eine Nachricht an die Frau, die ich heute treffen wollte, geschickt habe – sonst wäre ich womöglich ziemlich dumm alleine irgendwo rumgestanden. Vor ein paar Tagen redete sie noch davon, dass sie sich austoben wolle – gehen wir also etwas trinken und schauen mal, ob’s stimmig ist. 90 Minuten nach meiner Nachricht erhalte ich dann das:

Hallo mein Lieber. Leider habe ich schlechte Nachrichten. Ich hatte diese Woche, also heute, (sic!) ein zweites Date mit jemandem und ich verliebe mich gerade. Deswegen kann ich mich nicht treffen morgen. Es tut mir sehr leid.

In Ordnung, das ist enttäuschend für mich – aber ein guter Grund ihrerseits. Wat soll’s. Hab‘ ihr viel Glück gewünscht – Alles Gute und tschüss! 🙂

Was mich aber wirklich langsam irritiert: Auf dieser Plattform wird praktisch nur nach Äußerlichkeiten gewählt. Ein Text-Profil hat kaum jemand und selbst wenn, dann beschränkt sich das in der Regel auf irgendeine Platitüde mit Leben und/oder Lachen/Lächeln und die Aussage, dass das Reisen ganz ganz toll sei – die entsprechenden Fotos sind natürlich auch immer die selben: Klettern, Fallschirmspringen, Snowboarden, irgendein armes Tier am Betatschen… und mein persönlicher Favorit: das Hüpf-Foto, bei dem der Auslöser mitten im Sprung gedrückt wurde. Hach, was haben wir doch Spaß – huuuiii! 😀

Bei >>diesen<< ebenfalls sehr beliebten Fotos bin ich dann eher peinlich berührt…

Aber zurück zum Filtern nach Erscheinungsbild: Ist ja auch gut so, wenn man/frau nur jemand körperlich attraktives sucht – um dann miteinander körperlich zu sein. Viel mehr kann eine solche App doch auch nicht leisten, es sei denn der Zufall will es anders. Und genau hier ist der Haken: die Wenigsten suchen danach. Kommt mir jedenfalls so vor. Ist das vielleicht eine regionale Besonderheit? Wenn ich lediglich mit jemandem quatschen will, dann ist das doch (beinahe) völlig egal, wie er/sie aussieht. Trotzdem werde ich vor ein paar Tagen gematched und dann sagt sie mir direkt, dass sie nur reden will – ja super! Wieso qualifiziert mich mein Aussehen als geeigneten Gesprächspartner? Oder ist das so eine „Wenn du charmant bist dann…“-Nummer? War ich sogar, soweit meine stumpfe Wenigkeit sich das erlauben will – und bekomme dafür kleine Satzhäppchen. Why are we talking again? Ich stehe scheinbar gewaltig auf dem Schlauch…

Am Dienstag Abend treffe ich mich also zu Tinder-Date 1 diese Woche. Sie sieht ganz nett aus und kann ein Gespräch am Laufen halten. Wir setzen uns draußen an einen Tisch beim Café Mitte, wo permanent Studis mit aufgeschlagenen MacBooks rumhängen – ein bißchen wie Starbucks, aber noch viel hipsterfreundlicher eben. Sie trinkt ein Radler (heißt hier „Panasch“), ich eine Cola (hausgemacht… ich sag’s ja: voll dolle hip hier! 😀 ). Ein wenig langweilig finde ich sie, aber ich möchte ja nicht den Rest meines Lebens mit ihr verbringen… alles gut soweit. Beim Chatten waren wir uns noch einig, dass es unkompliziert um Sex ginge: Wir gehen was zusammen trinken, beschnuppern uns und wenn’s passt geht’s los. Jetzt sitzen wir eine gefühlte Ewigkeit dort und reden über belangloses Zeug. Naja, wir sind auch ziemlich eingeklemmt zwischen vollbärtigen Mittzwanzigern mit Sonnenbrillen (Peepaw-Hipster? Ich habe mich noch nicht an die Hipster-Zoologie gewagt…), die sehr damit beschäftigt sind, cool auszusehen (verspannte Gelassenheit) und nicht zu reden – da will ich dann auch nicht anfangen, mich über Sex zu unterhalten. Als sie von der Toilette zurückkommt, habe ich bereits gezahlt und schlage ihr vor, ein wenig spazieren zu gehen.. Sie bringt uns intuitiv in die Richtung ihrer Wohnung – was ich zunächst als gutes Zeichen deute… Ich frage sie ein wenig über ihre Erfahrungen aus und sie erzählt bereitwillig. Da ist kein Knistern. Dann laufen wir an ihrer Straße vorbei und ich lache innerlich schon. Irgendwann frage ich mal (*hint hint*), wo wir gerade hinlaufen würden – „einfach geradeaus“. Ok… dann werd ich mal direkter: ob wir zu ihr gehen wollen? Sie druckst rum: Sie würde prinzipiell beim ersten Treffen nicht mit einem Mann heimgehen. Das wird immer seltsamer. Zuvor hatte sie etwas anderes angedeutet. Aber sie ist auch immer noch da und schüchtern ist sie auch nicht. In dem Moment weiß ich eigentlich schon Bescheid, aber denke mir: Let’s play this out! Wir drehen ab. Gehen wieder auf ihre Straße zu… und daran vorbei 😀 Jetzt bin ich völlig im Ironiemodus, lasse es mir aber nicht anmerken. Manchmal macht man eben komische Erfahrungen – warum also nicht auch das bis zum Letzten auskosten?

Wir gehen bis zum Rhein und setzen uns ans Ufer. Das Gespräch bekommt eine seltsame Note: Scheinbar hat sie während ihrer 30 Lebensjahre noch keine Beziehung geführt, die länger als einige Monate gehalten hatte. Die Worte „Enttäuschung“ und „Verzweiflung“ tauchen auf einmal viel zu häufig in ihrer Erzählung auf, auch wenn sie mehrmals betont, dass sie nicht von sich spreche – nur ganz allgemein eben… Ich weiß auf einmal kaum mehr, ob ich gerade noch Mitgefühl haben möchte, komme mir getäuscht vor. Einerseits tut sie mir leid. Andererseits lese ich zwischen den Zeilen den Tinder-Klassiker heraus: Die Suche nach dem Prinzen. Und auf meinem Profil steht wortwörtlich (kein scheiß!): „I’m not your prince!“ Sie hat’s gelesen. Sie hat falsche Voraussetzungen vorgespiegelt. Jetzt lädt sie ihren Müll bei mir ab. Wenn sich das einfach authentisch so ergeben würde, hätte ich sie in den Arm genommen. Aber sie gab sich dabei auch noch so dermaßen kühl und ungerührt… Die Ironie bekommt einen bitteren Beigeschmack: jetzt kommt der knallharte Zyniker in mir raus, lacht mich dreckig an. Bei dem Gedanken wird mir jetzt noch unbehaglich – ich mag ihn nicht besonders. Ich rücke näher an sie heran. Jetzt kann sie es sich noch überlegen. Sie gibt sich gelassen, aber die nervös am Saum ihres Kleides zupfenden Finger geben sie preis. Nun gut, der Prinz bin ich wahrlich nicht! Also spiele ich jetzt auch nicht den Burgstürmer. Keine falsche Leidenschaft. Sie wendet nicht einmal ihr Gesicht in meine Richtung – that’s it. Ich verweile einfach so, lasse die Situation bis an ihre Schmerzgrenze gelangen – mach’s doch selber! Hab jetzt genug getan. Endlich drückt sie den Abzug: Sie müsse langsam mal nach Hause, schlafen, morgen früh arbeiten… endlich! Wir gehen zu ihrem Fahrrad, sie wirkt jetzt hektisch – bei mir kehrt wieder der Humor ein 😀 Wir würden in Kontakt bleiben, sagt sie dann… was?! Meine Irritation verleiht sich direkt Ausdruck: Sie hätte jetzt die ganze Zeit andere Signale gegeben. Das sei mir zu widersprüchlich. Nein, antwortet sie, es läge tatsächlich nur an ihrer Müdigkeit. Das fordert jetzt meine Selbstbeherrschung heraus: Achja dann! Dann würde ich es ihr überlassen, sich zu melden, wenn ihr der Sinn danach stehe. Touché! Das würde sie sicher tun. Mhm. Drei Küsschen – und ab.

Warum also werde ich demnächst Tinder wieder löschen – und warum nicht sofort? Zweiteres ist schnell beantwortet: Es gibt immer wieder mal Überraschungen und die Kurzschlussreaktion ist meine Art nicht. Gnadenfrist also, leiser Optimismus vielleicht. Sollte dieser Fall aber nicht eintreten, wovon ich stark ausgehe – dann war’s das mit Tinder. Der Hauptgrund ist einfach benannt: Das Konzept und die Nutzung stimmen einfach nicht überein. Dem Konzept nach selektiert man andere UserInnen nach ihrem Aussehen (und ggf. nach dem Spärlichen, was sich in dieses kleine Textfenster schreiben lässt, das sowieso kaum jemand zu Gesicht bekommt). Gibt also nicht viel her außer einem geringfügigen Eindruck von physischer Attraktivität. Die übersetzt sich dann aber sowieso nicht in die Realität, weil die meisten (Frauen?) dann nicht dieser konzeptuellen Beliebigkeit entsprechend handeln, sondern dieses Wischiwaschi (pun intended) dann in eine romantische Zweierbeziehung einpassen wollen (Wir coolen Kids nannten das damals auch RZB 😉 ). Ich bin ja nach wie vor skeptisch: vielleicht ist das bloß in meiner Region so – und in Hamburg, Köln oder Berlin fallen die Tinder-Kinder nur so übereinander her (?). Hier wollen sie jedenfalls heiraten. Dafür gibt es auch diesen generischen Tinder-Spruch „I’ll lie about where we met.“ Ist alles andere als selten. Super keck und frech und so – und eben wahnsinnig originell. Ich suche aber keine Partnerin. Wenn ich das täte, dann doch mit Sicherheit nicht so. „Sie hatte ein Bikini-Foto von sich drin und da bekam ich Schmetterlinge im Bauch!“?

Habt ihr andere Erfahrungen mit Tinder gemacht? Bin ich zu harsch?

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22 thoughts on “Trouble in Tinder Town”

  1. Es liegt nicht an Tinder. Es liegt daran was für Erwartungen man in Tinder hineinpojeziert. So funktioniert das nicht. Bild, Aussuchen, Treffen, Zugriff – das ist die Idee, möglich, aber das ist selten. Das muss man können, beide.
    Und in Tinder sind nicht die Menschen die das können, was die Erwartungen suggerieren. Es gibt sie, aber sie sind woanders.
    Und… nun … mache niemals ein Date im Cafe…

    P.S.: Ich teile deine Erfahrungen völlig und ganz, bis ins Detail. Die dreißigjährige die Du erwähnst kenne ich auch. Ist ihr Fahrrad vielleicht rot? 😉 – Ich habe die Erfahrungen aus anderen Portalen. Tinder treibt es auf die Spitze, es kann gar nicht gehen.

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    1. Danke Paul!
      Haha, so ähnlich: Das Rad war zwar nicht rot, aber mit Körben behängt und wurde immer doppelt abgesperrt (Speichenschloss+dicke Kette). 😉
      Du schreibst, man solle niemals im Café daten? 😀 Das erklärst du mir doch sicher gerne noch besser! 😉

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      1. Hehe, dachte ich mir…
        Tinter ist ein Gemischtwarenladen mit Tendenz zu Neugierigen für die das eine Art Jux ist und den Verzweifelten. Würdest du in einen Gemischtwarenladen gehen, wenn du eine große Auswahl an Spezialitäten suchst? Frauen mit vernünftig einjustierter Sexualität sind eine Spezialität (Bevor der Aufschrei kommt – Männer auch)
        Cafe? – ungünstig. Was kannst du in einem Cafe machen? Du kannst da sitzen und dich unterhalten, das war es. Du kannst die Dame davon überzeugen, dass du nett, vielleicht attraktiv und kein Vollidiot bist. Das ist gut, das ist schön. Das macht den Mann aber noch nicht interessant. Interessant ist ein Mann, wenn er der Frau einen Nutzen bringt. Dieser Nutzen kann zum Beispiel Spannung und Spaß sein. Es geht um Gefühle, intensive Gefühle und die erzeugt man mit Erlebnissen. Erleben tut man miteinander, entdecken, dem unerwarteten Begegnen, über kleine Klippen springen, wiedererkennen, Gemeinsamkeiten und Widersprüche finden. Das ist ein Nutzen für die Frau, das ist Spaß, Emotion. Im Cafe nur in Theorie möglich, mit Worten. Frauen lieben das Konkrete, das erlebte, das unmittelbare. Taten!
        Also treffe sie an Ort XY – plane nichts. Und dann zieht ihr gemeinsam los. Nicht zu den Orten die ihr kennt. „Wir gehen in die dritte Kneipe die auf der linken Seite kommt, und wenn es die Bahnhofsmission ist.“, „Ich bestelle dir jetzt ein Eis mit den Sorten von denen ich denke sie passen dir und wir essen es da drüben auf der Isar…“ „Verabredet jeder muss in der Fussgängerzone fünf Telefonnummern sammeln“ und so weiter. Erlebnisse, kleine Abenteuer… alles im Kaffee nicht möglich. Plane nicht! Entdeckt Euch. Vielleicht kennt sie nach so einem Tag nicht deine Lebensgeschichte. Aber sie hatte einen Guten Tag und du auch und darauf kommt es an. Und vielleicht… hm lässt sie das Rad stehen und wenn nicht, dann war sie nix für dich. Solche Langweilerinnen brauchst du nicht. 😉

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      2. Danke Paul, für diese ausführliche lebendige Antwort! Jetzt bin ich baff 😀 Mein Kopf rattert schon, vielleicht sollte ich wirklich mal die etwas verrücktere Variante versuchen – täte mir sicher auch gut, denn ich muss mich ja herausfordern… weniger verkopft sein… 😉

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      3. Das freut mich sehr.
        Ich hoffe nur, du läufst jetzt nicht los und versuchst abgefahrene Ideen um die Frau beim Date ins Bett zu bekommen. Das klingt nämlich ein wenig bei dir so. Darum geht es gar nicht. So war das gar nicht gemeint. Ein gutes Date misst sich daran, ob die gemeinsame Zeit gut war, nicht daran, ob man sie flachgelegt hat. Du bist ja kein PUA oder, der seine Einlochungen zählt und hast dergleichen nötig, hoffe ich schwer .
        Allerdings ist dieser Gedanke so vorgegeben, wird so überall transportiert, dass man ihn automatisch denkt. Mann (mit zwei „n“) muss sich davon emanzipieren.
        Ein gutes Date bedeutet gute, wertvoll und angenehm verbrachte Zeit mit einer Frau/Mann die man nicht/kaum kennt. Darauf kommt es an! Erzeuge Hochqualitätszeit! Vielleicht landet ihr im Bett, mag sein, aber das muss keineswegs die Krönung sein, aber ganz bestimmt nicht das Ziel. (dafür darf man allerdings nicht notgeil sein)
        Betreibe eine gute Zeit mit der Frau. Versuche sie nicht von dir zu überzeugen (wahrscheinlich weisst du sowieso nicht worauf sie abfährt – du würdest dich wundern wenn du es wüstest), sondern habe spaß mit ihr und lernt euch dabei kennen.
        Der beste Plan für Spaß ist Spontanität und locker kommen lassen was wolle. So lernt man sich kennen, das ist echt.
        Frauen wollen Spaß! Es gibt nicht viele lustige und unterhaltsame Männer, die meisten sind nicht spannend. Die meisten Männer sind doof, langweilig, einfallslos und wollen nur Sex (so lange die Frau nicht will). Sei das Gegenteil. Tue es für Dich nicht für sie! Sei spannend!
        Die meisten Frauen haben den Vorsatz beim ersten Treffen nicht mit ihm ins Bett zu gehen (oder sie haben den ganz dezidierten Plan, aber das ist dann ein anderes Konzept). Dieser Plan ist schlau! Sie sagen zwar sie wollen sich teuer verkaufen, seien nicht so schnell, seine nicht so eine und so weiter. Das ist Unsinn. Frauen machen das aus zwei ganz anderen Gründen. Erstens testen sie damit den Mann (wer ist stärker, wie geht er damit um, etc.) und zweitens garantieren sie damit für sich selbst die Zeit zu genießen und langsam zu machen. Sie dehnen die Zeit. – Das ist eine Strategie die sie unbewusst machen und sie ist sehr schlau. Mache es ihnen nach. Sage dir: beim ersten Date schlafe ich ab jetzt nie mehr mit einer Frau. Du wirst dich wundern, wie entspannt du bist, wie viel Druck weg ist. Wie viel Zeit und Möglichkeiten es gibt das wundervolle Wesen Frau kennen zu lernen, was sie interessiert und was dich… – aber eines musst du an diesem Date nicht! Dich mit der Frage beschäftigen? Wohin gehen wir gerade zu ihr, zu mir, zu dem Fahrrad… und dann? Was will sie? Was kann ich tun damit?. So kann man keinen Spaß haben. So ist es ein Krampf.
        Und wenn du das machst (kein Sex beim ersten Date) – dann wirst du auch verstehen nach einiger Zeit, warum Frauen ihre Guten Vorsätze über Bord werfen und doch im Bett landen beim ersten Date. – Es war einfach eine zu gute Zeit, der Typ/die Frau war einfach zu gut, zu schön, schönes mache ich, ich bin doch nicht blöd? Was schert mich mein Geschätz von eben?
        😉
        Es kann sein, dass die Sexquote bei diesen Dates nicht hoch ist. Das kann gut sein. Meine Sexquote (komisches Wort) bei den Dates ist gering. Aber ich habe phantastische Tage, habe ganz großartige Frauen kennen gelernt mit und ohne Sex. Das ist das pure Leben. Es ist Hochqualitätszeit, das zählt.

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      4. :-O Da hast du mich völlig missverstanden: Weder bin ich ein Pick-Up-Artist (haha, weit weit gefehlt! 😀 ) , noch möchte ich irgendwelche Maschen ausprobieren – dazu lege ich viel zu viel Wert auf Authentizität! Nein, was ich mit meinem Kommentar sagen wollte, ist, dass ich gerne Neues ausprobiere und mich herausfordern möchte – bisher unbekanntes Terrain betreten, mich weiterentwickeln… und eben aus dem stillen Kämmerlein kommen. Das Treffen im Café ist eben der Mittelweg des Introvertierten – das volle pulsierende Leben traue ich mir bisher (noch?) nicht zu. Kleine Schritte: deine Ideen habe ich da entsprechend als Anregung aufgefasst.
        Was Verabredungen allgemein betrifft: Ja klar, da hast du natürlich recht! Am meisten Spaßpotential hat eine Date, wenn es ergebnisoffen bleibt. Aber das ist doch sowieso immer der Fall, egal ob man vorher Sex als Ziel festgelegt hat. Meiner bescheidenen Erfahrung nach bin ich dabei auch überhaupt nicht verkrampft – die Freude am Moment ist also sicherlich nicht getrübt.
        Allerdings – und hier ist ein großer Unterschied in unseren Vorstellungen – geht es mir (zur Zeit) beinahe ausschließlich um den sexuellen Spaß. Das wundervolle Wesen Frau decke ich dabei schon fast beiläufig auf – dann nämlich, wenn sie merkt, dass sie sich fallen lassen kann – und dann bin ich der glücklichste Mensch auf Erden 🙂 Manchmal entwickelt sich dann auch mehr daraus – gemütliche Abende, Übernachtungen, lange Gespräche, Kuscheln… und manche Frauen sind dermaßen fantastisch, dass sie mich auch tiefer berühren dürfen (here’s looking at you, StillerEngel 😉 )…

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      5. gut, dann habe ich da etwas rausgelesen was da nicht ist.
        Dass du kein Pick up Artist bist ist mir klar. Die schreiben nicht solche Sachen.
        Verstecke dich mal nicht so. Introvertiert ist kein Gegensatz zur offensiven Teilnahme am pulsierenden Leben. Introvertiert bedeutet, dass man zuerst denkt und dann handelt. Das ist ein Konzept. Das viele Introvertierte so zurückhaltend erscheinen ist nach meiner Meinung eine Art selbsterfüllende Prophezeiung. Es wird nicht von ihnen erwartet, deswegen tun sie es nicht.
        Da verwechseln sowieso sehr viele Menschen Introvertiert mit Zurückhaltend. Umgekehrt sind viele zurückhaltende Menschen sind gar nicht introvertiert sondern haben ein ganz anderes Problem.
        Dieses Problem ist universell, viel weniger an introvertiert gekoppelt als man so meint. Ich kenne das sehr gut, dabei bin ich extrovertiert.

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  2. Wenn vorher schon in den Nachrichten ausgetauscht wurde, wonach man eigentlich wirklich sucht, dann ist es am Ende auch darauf hinausgelaufen. Und wenn nicht, dann blieb es bei einem langweiligen Kaffee-Date.
    Habe jetzt aber schon von einigen männlichen tinder Nutzern schockiert erzählt bekommen, dass die Frauen, die sie da getroffen haben, am liebsten direkt über Heirat sprechen wollten.

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    1. Danke Lucy!
      So wie du das beschreibst, scheint es mit der Direktheit von männlicher Seite her ja besser bestellt zu sein. Ist aus Gender-Perspektive vielleicht auch nicht so überraschend.
      Es ist interessant: scheinbar ergeht es nicht nur mir so. 😀 und das, obwohl alle Karten auf dem Tisch liegen.

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      1. Manche Frauen schreiben vorher aber auch, dass ein bisschen Spass für sie okay ist, wollen dann aber trotzdem erst drei „normale“ Dates, um dann später nicht als Schlampe abgestempelt zu werden.

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      2. Slut-Shaming ist auch ein riesen Problem. Manche sind ja schon länger dabei, den Begriff positiv zu wenden (ähnlich wie das mit „queer“ getan wurde). Nur hat sich das scheinbar noch nicht so herumgesprochen… Eine offensiv und selbstbewusst ausgelebte Sexualität wäre schon toll – da ist immer noch so viel hush-hush und jede Menge verlogener Normen. :-/

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      3. Ich glaube das wird aber langsam. Zumindest kassiere ich inzwischen ein „läuft bei dir!“, wenn ich morgens müde in die WG komme statt vorwurfsvollen Blicken. Trotzdem würde ich nie vor meinen Freunden ausbreiten, wie viele Typen ich da aktuell so wirklich habe.

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  3. Ja Lucy, das ist aber wahrscheinlich auch nur so, weil die WG dich gut und immer besser kennt und den vermeindlichen Gegensatz zwischen Luder und unverlässlicher Person auflösen können. Deine WG bekommt es integriert. Im anderen Umfeld, fremderen, und auch gegenüber Dritten, wird das nicht funktionieren. Da wirst du das Flittchen sein kommt es raus. (Was dann daraus wird steht wieder auf einem anderen Blatt, das ist kompliziert)
    Eine selbstbewusst ausgelebte Sexualität der Frau klatscht knallhart gegen gesellschaftliche Mauern, immer noch. Da hat sich nur vordergründig viel getan.

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  4. also zumindest in hamburg gibt es jedenfalls auch männliche personen, die über tinder anscheinend ernsthafte kontakte suchen, und nicht .lediglich nur sex (und dann enttäuscht sind, wenn man nur letzteres will). es gibt auch tasächlich welche, die kein bild von sich drin haben, was ja eigentlich das prinzip ad absurdum führt 🙂

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  5. Tinder beruht auf Oberflächlichkeiten, stimmt. Am Ende tut das aber jedes Kennenlernen. Und Tinder ist nur dafür da in Kontakt zu kommen. Was wer in seinem Leben gerade sucht kann doch höchst unterschiedlich sein. Muss man sich meiner Meinung nach auch nicht unbedingt vorher schreiben. Kann man sich ja auch entspannt bei nem Kaffee erzählen und dann wieder auseinander gehen, wenn man unterschiedliche Sachen sucht…

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    1. Jiuliena: Damit hast du schon recht – das ist eine legitime Möglichkeit. Dass sich Tinder nicht für die Suche nach einer ernsthaften Beziehung eignet, ist auch nur meine Ansicht und für manche mag das durchaus adäquat hierfür sein. Aber: In dem geschilderten Fall haben wir ganz klar darüber gesprochen, was wir suchen. Wenn’s nicht stimmig ist: kein Problem. Aber eine Geschichte möcht ich dann auch nicht serviert bekommen.

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      1. Haha, ja! 😀 *Fixing bad boys* steht weit weit oben auf der Liste! Das wissen die Bad Boys eben auch ganz genau… hat etwas Tragisches im wahrsten Sinne des Wortes…

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      2. Nein, bisher nicht. Das ist aber auch erst ein paar Tage her. Den Match hat sie nicht gelöscht. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob ich mich mit ihr nochmal treffen will – da müsste schon ein sehr unmoralisches Angebot kommen… in dem Fall trumpft „stumpf“ dann eben (wie so oft) 😉

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