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… mit einem großen Knall.

Die Weihnachtsfeiertage 2014 nutze ich, um meine Familie in Augsburg zu besuchen. Meine nun Ex-Freundin möchte während dieser Zeit an ihrer Dissertation arbeiten und vergräbt sich zu Hause in Basel.

Inzwischen bin ich weder mit meinem Sozial- noch meinem Sexualleben mehr zufrieden, was noch beschönigt ausgedrückt ist… Meine engsten Freunde und Freundinnen wohnen hunderte Kilometer entfernt, meine gesamte Familie ebenso. Die Sexualität in unserer Beziehung, welche jahrelang sehr aufregend, abwechslungsreich und befriedigend war, ist seit nunmehr bald drei Jahren im Niedergang begriffen.

Während ich mich also bei meiner Schwester und ihrem Partner einquartiere, das Familienleben genieße, mir den Bauch mit allerlei veganen Leckereien fülle und meinen alten Schulfreund zum Wandeln, Kaffeetrinken und Philosophieren treffe, erstelle ich mir nächtens mein erstes Profil auf einer Online-Dating Seite, browse, verschicke Nachrichten und mache erste Frustrationserfahrungen auf diesem für mich neuen Feld. [dazu später mehr…]

Es dauert gut zwei Wochen, bis doch tatsächlich ich von einer Frau angeschrieben werde – beinahe unerhört in dieser Reihenfolge (zumindest auf dieser Seite)! 😀 Sie ist Anfang 30, gerade frisch zum Abschluss ihrer Doktorarbeit zurück in die Region gezogen und sucht jemanden für ein lockeres Treffen – vielleicht auch Sex? Mal sehen. Ein paar Tage später sind wir zum Kaffee verabredet, aber das Wetter ist ziemlich unangenehm: Schnee und eisige Temperaturen. Da lädt sie mich prompt direkt zu sich nach Hause ein! Weil das mein erstes richtiges Online-Date war, habe ich mir nichts dabei gedacht – inzwischen weiß ich, dass frau sich in der Online-Dating-Welt mit allerlei „seltsamen“ Typen herumschlagen muss und ein erstes Treffen auf neutralem Grund allein schon aus Gründen der eigenen Sicherheit angesagt ist…

Am Abend vor dem Treffen beginnt es zu Hause zu brodeln. Meine Ex-Freundin schlägt vor, am nächsten Tag nicht zu arbeiten und stattdessen den Tag gemütlich mit mir zu verbringen, woraufhin ich ihr sage, dass ich bereits verabredet wäre. Daraufhin schlägt ihre Stimmung um, erst langsam und subtil – und plötzlich verbringe ich die Nacht auf der Couch. Kommunikation findet keine mehr statt, lediglich Schnauben und böse Blicke. Es bräuchte extrem viele Zeilen, um die verkorksten Dynamiken zu erklären, die sich in dieser Beziehung eingeschlichen hatten. Hier war eine davon am Werk – und ich blieb stur. Ich würde mich jetzt mit Sicherheit nicht aus einer Laune heraus sabotieren lassen – gerechtfertigt war das auf keinen Fall, fair schon mal gar nicht.

Am frühen Nachmittag steige ich also ins Auto und mache mich auf den Weg – etwa 25km – und dränge erfolgreich die Gedanken an meine schlagartig nicht mehr ganz so partnerschaftliche Partnerin beiseite. Auf den letzten Kilometern steigt meine Nervosität – was machst du nur für seltsame Sachen?!

Als die Tür aufgeht, werde ich im kumpelhaften Ton empfangen und hereingebeten – ich bin etwas irritiert über das burschikose Verhalten. Ich sehe mich ein wenig in der Wohnung um und wir setzen uns in die Küche, wo ich frisch gebrühten Kaffee serviert bekomme. Unsere Unterhaltung wird sehr locker und meine Nervosität ist nach kurzer Zeit verschwunden. Ich merke deutlich: für sie ist das kein Neuland. Ich überlasse mich also ihrer Führung – mal sehen, wohin das dann führt… Eine Weile später machen wir es uns auf der Couch bequem. Im Laufe der Unterhaltung rücke ich etwas näher an sie heran; ihr Oberschenkel ruht plötzlich auf meinem. Ihre Körperwärme wird spürbar – wie lange hatte ich eine so dermaßen banale Erfahrung nicht mehr!? Ich fühle mich wie ein 16-Jähriger der gerne im Kino knutschen möchte… Jetzt in der Rückschau muss ich darüber schmunzeln, aber zu diesem Zeitpunkt war das schon etwas Besonderes… Was ist nur aus mir geworden? Ein 30 Jahre alter, domestizierter, zahnloser Tiger? 😀

Nach sicher zwei Stunden Unterhaltung, jetzt wieder zurück in der Küche, will ich es dann doch wissen: Ich frage sie nach ihrem Bauchgefühl – es ist gut. Ziemlich unbeholfen und trocken, sage ich ihr (anstatt es einfach zu tun! 😀 ), dass ich nun die Initiative ergreifen würde, während ich sehr nahe an sie herangehe… und beginne schließlich, sie zu küssen. Auf einmal wirkt sie gar nicht mehr so souverän, fast schon zerbrechlich – wie sollte ich mich doch täuschen! Wir gehen ins Schlafzimmer. Und fackeln nicht lange. Wir hatten vorher nicht über irgendwelche sexuellen Vorlieben gesprochen – ich hatte keine Ahnung, wie sie wohl drauf ist. Ich beginne, sie obenrum auszuziehen: erstmal erkunden. Ihr Nacken, ihr Hals, ihre Brüste – zunächst sanft, dann ein wenig mit den Zähnen – hoppla! Darauf spricht sie also besonders an! Während meine Zunge sich den Weg bahnt, öffne ich ihre Hose – wir streifen gemeinsam gleich alles auf einmal ab. Ich wandere zu ihren Schenkeln, lasse meine Zunge aber vor der Mitte halten und umkehren. Ein wenig Spannung… Wie sich zeigen sollte, will sie sowieso nicht geleckt werden… plötzlich liege ich auf dem Rücken, meine Kleidung wird ebenfalls in einem Aufwasch entfernt – autsch! Eine Beißerin! Und mit spitzen Reißzähnen noch dazu! Ich lasse es geschehen. Schmerzen erregen mich eigentlich nicht, jedenfalls nicht an sich. Aber ich bin neugierig, was sie wohl tun wird… Sie erkundet meinen Körper, aber auf jeden sanften Kuss, auf jede Berührung folgt ein Biss – teils so heftig, dass ich mich aufbäume 😀 Sie nimmt sich meinen Schwanz mit der Hand vor, der von der Beißerei erstaunlich unbeeindruckt geblieben ist. Als ihr Kopf nach unten wandert, bekomme ich es aber mit der Angst zu tun… meine Handgeste kommt (zum Glück?) noch rechtzeitig. Der Gummi ist schnell aufgezogen und ich drehe sie erstmal wieder auf den Rücken – ungefährlicher so… 😉 Ich nehme sie hart, bis ihr Kopf beginnt, an der Wand anzuschlagen und das Bett bedrohliche Laute von sich gibt – wir lachen und sie nutzt den Moment: mit einem Schwung liege ich wieder unten. Ihre Krallen graben sich in meinen Brustkorb; ich bekomme schon wieder etwas Angst, als sie mir beinahe die Nippel zerfleischt – ich muss im falschen Film sein! Als ich es nicht mehr aushalte, werfe ich sie ab, drehe sie um – ich kann sehr pragmatisch sein – und dringe von hinten in sie ein. Sie ist dermaßen durchgeknallt, ich kann nicht mal sagen, ob sie gekommen ist. Inzwischen ist es mir auch egal, mein ganzer Körper brennt und wenn ich jetzt zögere, wird der Schmerz in den Vordergrund dringen. Ich explodiere und habe das Gefühl, mit einem Schlag die Last von Monaten loszuwerden (was gar nicht so verkehrt ist in diesem Moment).

Nachdem das Kondom fachmännisch verknotet in den Mülleimer geflogen ist, kuscheln wir uns aneinander und ich spüre auf einmal, wie unstimmig die Situation für mich ist. Sie stellt lachend fest, dass ich ja scheinbar recht hart drauf sei! 😀 Das stimmt ja…aber… wtf!? Ich solle sie beißen! Äh… hab ich doch? Nein, fester! Meine Zähne versenken sich in ihrem Nacken – der Druck nimmt zu… gleich beiße ich ein Stück aus ihr raus!! Sie stöhnt laut auf. Während ich sie also beinahe zerbeiße (dafuq is happening?!), reiben meine Fingerspitzen ihren Kitzler. Sie windet sich, schreit, stöhnt, wird immer geiler. Schon sitzt der nächste Gummi und ich beobachte mit einem Grinsen auf dem Gesicht aus der Außenperspektive, schwebend, wie ich sie schon wieder ficke und überall Blutergüsse entstehen, wo sich meine Zähne in ihr Fleisch graben…

Rückblickend kommt mir die ganze Szene etwas unappetitlich vor. Mit Sicherheit bereue ich nichts – aber das war weder Sex nach meinem Geschmack, noch hatten wir besonders gute Chemie. Und doch war es genau die Initialzündung, die ich so lange gebraucht hatte! Als ich am Abend gut gelaunt nach Hause kam, ausgiebig duschte und meine Wunden und Kratzer begutachtet hatte, sollte dieser Funke einen großen Knall erzeugen. Meiner Ex-Freundin flogen die Sicherungen raus und das seit Jahren überfällige Ende nahm seinen Anfang. Für mich ist es der Beginn einer wundervollen Reise…

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