allgemein

Die Reise beginnt…

Ende Januar 2015 beginnt ein neuer Abschnitt meines nun 30 Jahre währenden Lebens.

Zu diesem Zeitpunkt bin ich seit beinahe acht Jahren in einer „offenen“ Beziehung. Wir lernten uns etwa 10 Jahre zuvor zu einer Zeit kennen, als wir beide großes Interesse an Alternativen zum (seriell) monogamen Einerlei hatten. Ich hätte mich damals als polyamourös bezeichnet, bin aber zwischenzeitlich von solchen Kategorien abgerückt – auch wenn ich mit den Werten und grundsätzlichen Ansichten nach wie vor völlig einverstanden bin.

Nach zwei Jahren mehr oder weniger regelmäßigem Austausch via E-Mail, Chat, Foren, Skype und was es so alles gibt, kam sie mich schließlich in Münster (wo ich zu dieser Zeit studierte) besuchen. Wir küssten uns noch auf dem Bahnsteig – und damit begann eine langjährige und sehr wechselhafte Beziehung, zunächst als Fernbeziehung über 600km Distanz, bis ich dann rund zwei Jahre später für sie in die Schweiz auswanderte. Von Anfang an hatten wir unsere Beziehung als „offen“ definiert, zu Beginn noch eher unbestimmt, später dann mit klaren Regeln und Grenzen. Das reichte von wesentlichen Abmachungen (keine Zweit-Beziehung beginnen, nur kurzzeitige Abenteuer/Affären, offene Kommunikation etc.) bis zu den banaleren, aber trotzdem wichtigen (obligatorische Verhütung, nicht im gemeinsamen Bett…). Wir führten also eine Art „Zweierbeziehung mit Optionen“ und ich meine bis heute, damit einen für mich guten Kompromiss gefunden zu haben zwischen Sexualtrieb (Natur) und unseren kulturell überformten Bedürfnissen in einem „égoïsme à deux“ (Erich Fromm).

Im Laufe unserer Beziehung hatte sie in unregelmäßigen Abständen kleinere Abenteuer, meistens One-Night-Stands und einmal auch eine mehrwöchige Affäre. Mir hat das grundsätzlich nie etwas ausgemacht – eine Tatsache, die mich früher noch erstaunt hat… Zwischenzeitlich habe ich aber begriffen, dass eine solide Beziehungsbasis den meisten Anflügen von Eifersucht direkt den Wind aus den Segeln nimmt. Wenn ich mir sicher sein kann, dass meine Partnerin auch wirklich meine Partnerin ist, sich mir verschrieben hat, mich an erster Stelle sieht – mir also treu ist in allem, was sie tut – dann habe ich auch keine Sorge, wenn sie sich mit anderen Männern vergnügt – ich freue mich sogar mit ihr! Wobei ich zugeben muss, dass ich ihren Geschmack zuweilen seltsam fand – aber das geht mich dann auch nichts an 😀

Während sie also die Freiheiten unserer offenen Beziehung genießen konnte, wann immer sie wollte, war das für mich eher eine theoretische Angelegenheit: Ich bin mit der unglückseligen Kombination einer sehr ausgeprägten Libido und starker Introversion „gestraft“ (die Anführungszeichen daher, weil beides genauso gut sehr bereichernd sein kann – ich lerne das endlich Stück für Stück 🙂 ). Ich habe kein großes soziales Netzwerk und ziehe den ruhigen Abend zu Hause, das Treffen im kleinen Kreis, die Zweisamkeit oder gar die Einsamkeit dem bunten, lauten und wilden Treiben größerer Menschenansammlungen jederzeit vor. In Discotheken und Clubs wird man mich niemals antreffen und in einer Bar nur in sehr wenigen Ausnahmefällen – in zeitlich kurzen Dosen. Kurzum: Ich habe in den letzten Jahren keine Frau getroffen, mit der sich mehr hätte ergeben können – gewollt hätte ich viele…

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s